Heizungsgesetz-Reform: Bundesregierung lockert Vorgaben für erneuerbare Energien bis 2026
Chef des Sachverständigenrats warnt vor neuem Heizungsgesetz - Heizungsgesetz-Reform: Bundesregierung lockert Vorgaben für erneuerbare Energien bis 2026
Die deutsche Bundesregierung plant weitreichende Änderungen am umstrittenen Heizungsgesetz. Die Reformen sehen vor, die bisherige Vorgabe von 65 Prozent erneuerbare Energien für neue Heizsysteme bis Anfang 2026 abzuschaffen. Doch der geplante Kurswechsel stößt bereits jetzt auf scharfe Kritik von Wirtschaftsexpert:innen und Klimapolitiker:innen.
Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, warnte, die neuen Regelungen könnten für Hausbesitzer:innen erneute Unsicherheiten schaffen. Sie argumentiert, dass die Abhängigkeit von Gas- und Ölheizungen langfristig zu einer "Kostenfalle" werden könnte, falls klimafreundliche Alternativen unbezahlbar bleiben.
Laut den Reformplänen entfällt die bisherige 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien in neuen Heizanlagen. Stattdessen will die Regierung eine "Grüngas-Quote" einführen sowie einen schrittweisen Ausbau von Biokraftstoffen vorantreiben – kombiniert mit einer größeren Technologieoffenheit. Ziel der Anpassungen ist es, die finanzielle Belastung für Haushalte zu verringern, wie es der Koalitionsrahmen für Januar 2026 vorsieht.
Die Änderungen folgen monatelangen Debatten über die Auswirkungen des Heizungsgesetzes auf Eigentümer:innen und Klimaziele. Kritiker:innen wie Schnitzer zweifeln daran, dass grüne Brennstoffe jemals wettbewerbsfähig sein werden. Zudem betont sie, dass steigende Kosten durch den EU-Emissionshandel fossile Heizsysteme in den kommenden Jahren deutlich teurer machen werden.
Schnitzer schlägt einen anderen Weg vor: Bürokratieabbau, um klimafreundliche Heizlösungen bezahlbarer zu machen. Gleichzeitig warnen Minister:innen und Expert:innen wie Eder, dass eine Lockerung der Vorschriften die Emissionsziele im Gebäudesektor gefährden könnte. Anders als strengere Regelungen in anderen EU-Ländern passt sich die Reform nicht direkt an die europäischen Klimavorgaben an.
Die Novelle des Heizungsgesetzes ersetzt die erneuerbare-Energien-Pflicht durch eine Grüngas-Quote und mehr Flexibilität. Zwar könnten Hausbesitzer:innen zunächst geringere Anschaffungskosten haben, doch langfristig drohen ihnen durch fossile Brennstoffe steigende Ausgaben. Die finale Fassung der Regelung soll voraussichtlich Ende Februar 2026 in Kraft treten – ihre langfristigen Folgen für Emissionen und Haushaltsbudgets bleiben jedoch weiter umstritten.
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