Gestrandet im Schneechaos: 600 Passagiere verbringen unfreiwillige Nacht in Flugzeugen
Gestrandet im Schneechaos: 600 Passagiere verbringen unfreiwillige Nacht in Flugzeugen
Rund 600 Passagiere verbrachten eine ungewollte Nacht in sechs Flugzeugen auf dem Flughafen München. Heftige Schneefälle und ein nächtliches Flugverbot zwangen sie, stundenlang festzusitzen. Airlines und Flughafenmitarbeiter kämpften vergeblich gegen die sich verschlechternden Bedingungen an.
Das Drama begann, als Schneestürme am späten Abend den Flugbetrieb lahmlegten. Da Starts und Landungen eingestellt wurden, saßen die Passagiere in den auf dem Vorfeld abgestellten Maschinen fest. Busse, um sie zurück zum Terminal zu bringen, konnten nicht organisiert werden – die Fahrer hatten ihren Dienst bereits beendet.
Ein Sprecher des Flughafens München äußerte später Bedauern, betonte jedoch, dass niemals eine Gefahr für die Passagiere bestanden habe. Die Lufthansa entschuldigte sich zunächst nur knapp für die "Unannehmlichkeiten" – eine Reaktion, die von einem Bild-Kommentator scharf kritisiert wurde. Später revidierte die Airline ihre Stellungnahme und bot eine ausführlichere Entschuldigung an, verbunden mit dem Versprechen auf Entschädigungen für die Betroffenen.
Die Passagiere ertrugen die Wartezeit mit gelassener Resignation und verzichteten auf größere Proteste. Ihre zurückhaltende Reaktion könnte dazu beigetragen haben, dass Airlines und Flughafenbehörden nur zögerlich handelten. Die Polizei in Oberbayern erstellt nun einen Bericht für die Staatsanwaltschaft, der mögliche juristische Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Einige Klimaaktivisten der Gruppe Letzte Generation deuteten den Vorfall als symbolische "Strafe" für die umweltschädliche Luftfahrt.
Erst nach stundenlangem Warten gelangten die gestrandeten Passagiere schließlich zurück ins Terminal. Die Lufthansa hat inzwischen finanzielle Entschädigungen zugesagt, doch das genaue Verfahren steht noch nicht fest. Die Behörden prüfen weiterhin, ob weitere Maßnahmen wegen des Umgangs mit dem Vorfall ergriffen werden.
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