Vom AKW zum Energiespeicher: Gundremmingen startet revolutionäres Stromprojekt
Verena GuteGrundsteinlegung für riesige Batteriespeicheranlage in Gundremmingen - Vom AKW zum Energiespeicher: Gundremmingen startet revolutionäres Stromprojekt
Ein großes Energieprojekt nimmt Gestalt an: Aus dem Atomkraftwerk Gundremmingen wird ein Energiespeicher der Zukunft
In Gundremmingen, Bayern, entsteht auf dem Gelände eines ehemaligen Atomkraftwerks ein wegweisendes Energieprojekt. Wo einst eines der größten Kernkraftwerke Deutschlands stand, werden künftig ein riesiger Batteriespeicher, ein Solarpark und ein Gaskraftwerk den Strommix prägen. Der Wandel markiert den Übergang von der Atomenergie hin zu einer Kombination aus erneuerbaren und flexiblen Energiequellen.
Die neue Batterieanlage allein wird eine Kapazität von 400 Megawatt besitzen – genug, um tausende Haushalte fast zwei Stunden lang mit Strom zu versorgen. Das Kernkraftwerk Gundremmingen war jahrzehntelang in Betrieb und erzeugte jährlich rund 20 Milliarden Kilowattstunden Strom. Auf dem Höhepunkt seiner Leistung deckte es etwa ein Viertel des bayerischen Strombedarfs. Doch nach dem deutschen Atomausstieg ging der letzte Reaktor 2021 vom Netz, und die markanten Kühltürme wurden 2022 in einer kontrollierten Sprengung abgerissen.
Nun erhält das Gelände eine neue Bestimmung. Der Energiekonzern RWE plant, in den kommenden Monaten über 200 Container mit rund 850.000 Lithium-Eisenphosphat-Batteriezellen aufzustellen. Das System soll das Stromnetz stabilisieren, wenn Wind- und Solarenergie nicht verfügbar sind. Dank der bestehenden Netzanbindung des alten AKW lassen sich Kosten sparen und die Inbetriebnahme beschleunigen.
Der Batteriespeicher soll Anfang 2028 den Betrieb aufnehmen. Ergänzt wird er durch einen neuen Solarpark und ein Gaskraftwerk, die die Energieversorgung der Region weiter diversifizieren. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder betonte, dass Gundremmingen auch ohne Atomkraft ein zentraler Energiestandort bleiben werde.
Seit 2011 hat sich der bayerische Energiemix stark gewandelt: Die Windkraftproduktion stieg um 300 Prozent und deckt nun 15 Prozent der Stromerzeugung, Solarenergie trägt 25 Prozent bei, Biomasse 10 Prozent. Gaskraftwerke liefern 20 Prozent und dienen als Brückentechnologie während der Transition. Verbesserte Netzverbindungen und Speicherlösungen haben dabei geholfen, die Versorgungssicherheit trotz des Atomausstiegs zu gewährleisten.
Das neue Batteriesystem wird eine Schlüsselrolle dabei spielen, Angebot und Nachfrage im bayerischen Stromnetz auszugleichen – besonders wichtig in einer Zeit, in der die Region sich von der Atomenergie verabschiedet. Ab 2028 wird es den Ausbau der Erneuerbaren unterstützen und gleichzeitig die Netzstabilität sichern. Damit bleibt Gundremmingen, wie schon zur Atomzeit, ein zentraler Knotenpunkt in Bayerns Energieversorgung.






