Regensburg verzichtet auf Kauf des Kaufhof-Gebäudes am Neupfarrplatz
Bayram JohannRegensburg verzichtet auf Kauf des Kaufhof-Gebäudes am Neupfarrplatz
Der Stadtrat von Regensburg hat sich gegen den Kauf des ehemaligen Kaufhof-Gebäudes am Neupfarrplatz entschieden. Wie die Stadt nun bestätigte, wird sie trotz früheren Interesses an dem Grundstück von ihrem Vorkaufsrecht keinen Gebrauch machen. Die Entscheidung folgt auf wochenlange Unsicherheit, nachdem die Kommune aus den Verkaufsverhandlungen ausgeschlossen worden war.
Erst als ein Notar den unterzeichneten Kaufvertrag übersandte, erfuhr die Stadt von dem Verkauf. Versuche, mit Käufer und Verkäufer in Kontakt zu treten, blieben wochenlang unbeantwortet. Bis heute besteht keine Verbindung zu der Investorengruppe.
Auch rechtliche und finanzielle Hürden spielten eine Rolle. Ein Erbbaurecht auf einem Teil des Grundstücks hätte einen vollständigen Eigentumserwerb durch die Stadt verhindert. Zudem galt der Kaufpreis angesichts des maroden Zustands des Gebäudes, das kostspielige Sanierungen erfordert, als zu hoch.
Der Stadtrat betonte, grundsätzliche Vorbehalte gegen den Kauf des Areals habe es nie gegeben. Allerdings müsste ein solches Vorhaben mit einem tragfähigen Konzept für das gesamte Gebiet einhergehen – nicht nur für das Kaufhof-Gebäude. Das Ziel der Stadt bleibt es, einen multifunktionalen Ort zu schaffen, der alle Bürger anzieht und die Attraktivität der Altstadt steigert.
Da ein direkter Kauf nun vom Tisch ist, will der Stadtrat seine planungsrechtlichen Befugnisse nutzen, um die Zukunft des Gebäudes mitzugestalten. Strengere Bauvorschriften sollen sicherstellen, dass eine mögliche Neunutzung im öffentlichen Interesse erfolgt.
Ohne Eigentumsrechte wird sich die Stadt auf rechtliche Instrumente stützen, um die Umgestaltung des Geländes zu beeinflussen. Durch verschärfte Planungsauflagen soll gewährleistet werden, dass jede Neuentwicklung den Bedürfnissen der Bürgerschaft entspricht. Im Fokus bleibt die Belebung des Neupfarrplatzes als lebendiger Mittelpunkt Regensburgs.






