Privatinitiative rettet Schwimmbad-Krise im Landkreis Fürth mit nachhaltigem Konzept
Freia MansPrivatinitiative rettet Schwimmbad-Krise im Landkreis Fürth mit nachhaltigem Konzept
Neues Schul- und Vereins-Schwimmbad soll im Landkreis Fürth entstehen – und öffentliche Lücken schließen
Im Landkreis Fürth entsteht ein neues Schul- und Vereins-Schwimmbad, das den Mangel an öffentlichen Einrichtungen lindern soll. Die 45-jährige Unternehmerin Ann Emmrich-Böhm aus Seukendorf treibt das Projekt voran – nach der Gründung ihrer Schwimmschule Swimmerfirst im Jahr 2021. Da drei der vier öffentlichen Bäder im Landkreis bereits geschlossen sind, soll die Initiative eine wachsende Versorgungslücke in der Region schließen.
Das geplante Bad entsteht auf einem 1.000 Quadratmeter großen Gelände neben der bestehenden Sporthalle des SV Seukendorf. Es umfasst ein 20 mal 8 Meter großes Hauptbecken sowie ein kleineres Warmwasser-Therapiebecken. Letzteres ist speziell auf Senioren, Babys und Menschen mit Behinderungen ausgelegt und soll Barrierefreiheit für alle Altersgruppen gewährleisten.
Ein zentraler Schwerpunkt des Projekts liegt auf Energieeffizienz: Die Anlage wird an eine lokale Biogasanlage in Horbach angebunden und nutzt Photovoltaik, um den CO₂-Fußabdruck zu verringern. Die Finanzierung der siebenstelligen Investition stammt aus Emmrich-Böhms Eigenmitteln, Bankkrediten und möglichen öffentlichen Fördergeldern.
Neben Schwimmkursen soll das Bad auch Kooperationen mit regionalen Partnern eingehen. Geplant sind etwa Babyschwimmkurse in Zusammenarbeit mit der Hebammenpraxis Wunderwerk Cadolzburg. Auch das Landratsamt hat bereits Interesse signalisiert, das Becken künftig für den Schulschwimmunterricht anzumieten.
Aktuell unterrichtet Emmrich-Böhm über Swimmerfirst wöchentlich rund 80 Kinder im Schwimmen. Sie ist überzeugt, dass private Initiativen dort einspringen müssen, wo öffentliche Angebote fehlen – ein Antrieb für ihr Engagement. Das neue Bad wird dringend benötigte Kapazitäten für Schulen, Vereine und benachteiligte Gruppen im Landkreis Fürth schaffen.
Mit dem Baubeginn wird gerechnet, sobald Finanzierung und Partnerschaften final geklärt sind. Das Projekt ist ein seltenes Beispiel dafür, wie privatwirtschaftliches Engagement den Zugang zum Schwimmsport in einer Region sichert, in der öffentliche Bäder zunehmend verschwinden.






