Pflegekräfte in Privatkliniken putzen statt zu pflegen – wer zahlt den Preis?

Pflegekräfte in Privatkliniken putzen statt zu pflegen – wer zahlt den Preis?
Untersuchung des Bayerischen Rundfunks (BR): Pfleger in Privatkliniken müssen immer häufiger nicht-medizinische Aufgaben übernehmen
Eine Recherche des Bayerischen Rundfunks (BR) hat aufgedeckt, dass Pflegekräfte in privaten Kliniken zunehmend mit nicht-medizinischen Tätigkeiten betraut werden. Dazu gehören Reinigungsarbeiten, das Austeilen von Mahlzeiten und das Nachfüllen von Wasserkrügen – Aufgaben, die früher von Servicepersonal erledigt wurden. Hintergrund ist eine Kostensenkungsstrategie der Kliniken, die im Rahmen des Pflegebudget-Systems Verantwortlichkeiten umverteilen.
Kritiker bemängeln, dass diese Praxis die Patientenversorgung untergräbt, während gleichzeitig die Ausgaben der Krankenkassen steigen.
Das Pflegebudget, das 2020 eingeführt wurde, sollte eigentlich die Bezahlung des Pflegepersonals verbessern und die direkte Patientenbetreuung stärken. Die Kosten für Pflegeleistungen werden von den Krankenkassen voll übernommen, um den Beruf attraktiver zu machen. Bis April 2024 stieg das durchschnittliche Monatsgehalt von Pflegekräften in Deutschland auf 4.048 Euro – ein Plus von rund 1.200 Euro im Vergleich zum Vorjahrzehnt.
Doch wie der BR berichtet, nutzen einige Kliniken das System aus, indem sie Serviceaufgaben auf Pflegekräfte verlagern – ein Vorgehen, das als „Skill Mix“ bekannt ist. Zwei befragte Pfleger bestätigten, dass sie mittlerweile Tätigkeiten wie das Beladen von Essenswagen oder das Kaffeekochen übernehmen müssen, die früher von entlassenen Servicekräften erledigt wurden. Judith Illner, Pflegelehrerin an der Kbo-Berufsfachschule für Pflege, betonte, dass solche Aufgaben nicht zum professionellen Tätigkeitsfeld von Pflegekräften gehören.
Krankenkassen wie der AOK-Bundesverband und die Innungskrankenkassen (IKK) zeigen sich besorgt. Jürgen Malzahn, Vorstandsvorsitzender der AOK, warnte vor „massiven Kostensteigerungen“, ohne dass sich die Patientenversorgung verbessere, wenn Pflegekräfte weniger Zeit für medizinische Aufgaben hätten. Die Kassen fordern daher Nachbesserungen am Pflegebudget und verweisen auf einen Kostenanstieg von 9,9 Prozent in den ersten drei Quartalen 2025 – ohne entsprechende Qualitätsgewinne.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) kritisierte zwar übermäßige Bürokratie, stellte das Pflegebudget selbst aber nicht infrage. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte unterdessen, dass im Rahmen der aktuellen Koalitionsvereinbarung keine Reformen geplant seien. Ein Vertreter der Gewerkschaft ver.di erklärte gegenüber dem BR, dass Kliniken, die Profit über Patientenversorgung stellen, stärker von den Kassen kontrolliert werden sollten, wie die Mittel eingesetzt werden.
Der Bericht zeigt die wachsende Spannung zwischen Sparmaßnahmen in Kliniken und den eigentlichen Zielen des Pflegebudgets. Während Pflegekräfte immer mehr nicht-medizinische Aufgaben übernehmen, steigen die Kosten für die Krankenkassen – ohne dass sich die Versorgungsqualität messbar verbessert. Vorerst sind jedoch keine Änderungen des Systems zu erwarten, sodass das Problem ungelöst bleibt.

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