11 April 2026, 04:23

Pflegegrad 1: Drohen Kürzungen bei Zuschüssen für barrierefreies Wohnen?

Schwarze und weiße Architekturzeichnung eines Hauses mit zahlreichen Fenstern, umgeben von Bäumen, beschriftet mit "Pläne für ein Haus in Deutschland".

Pflegegrad 1: Drohen Kürzungen bei Zuschüssen für barrierefreies Wohnen?

Rund 860.000 Menschen in Deutschland erhalten derzeit Leistungen der Pflegegrade 1, darunter ein monatliches Entlastungsgeld von bis zu 131 Euro sowie Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Mit diesen Fördermitteln lassen sich Anpassungen wie Haltegriffe, Treppenlifte oder barrierefreie Duschen finanzieren, die ein selbstständiges Leben ermöglichen. Nun prüft die Regierung unter Friedrich Merz diese Leistungen im Rahmen umfassender Sparpläne in der Pflegeversicherung.

Die finanzielle Unterstützung für Pflegegrad 1 deckt ein breites Spektrum an Wohnraumanpassungen ab. Kleinere Veränderungen – etwa die Montage von Haltegriffen (Kosten: 100 bis 250 Euro pro Stück) oder das Entfernen von Türschwellen – sind oft schon für unter 1.000 Euro umsetzbar. Größere Projekte wie Türverbreiterungen oder der Einbau barrierefreier Duschen (Preis: 4.000 bis 6.000 Euro) können dagegen schnell fünfstellige Beträge erreichen. Pro Maßnahme sind bis zu 4.180 Euro Fördergeld möglich, bei mehreren pflegebedürftigen Personen im Haushalt steigt die Obergrenze auf 16.720 Euro.

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Antragsteller müssen die Förderanträge jedoch vor Beginn der Arbeiten einreichen. Dafür sind detaillierte Kostenvoranschläge mehrerer Handwerksbetriebe erforderlich, um Transparenz zu gewährleisten. Ohne vorherige Genehmigung droht die Ablehnung der Mittel – die Haushalte müssten die vollen Kosten dann selbst tragen.

Die Merz-Regierung hat bereits Signal für eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung gegeben, mit dem Ziel, Milliarden einzusparen. Dazu gehört auch eine Neubewertung der Zuschüsse für barrierefreie Umbauten und anderer Leistungen. Die Zukunft der Pflegegrad-1-Förderung bleibt ungewiss, während die Diskussionen andauern.

Aktuell stehen die Zuschüsse weiterhin zur Verfügung und helfen Tausenden, ihre Wohnungen sicherer und selbstständiger zu gestalten. Änderungen im System würden direkt diejenigen treffen, die auf diese Mittel angewiesen sind, um einen Umzug ins Pflegeheim zu vermeiden. Die endgültigen Beschlüsse der Regierung zu den Pflegereformen stehen noch aus.

Quelle