12 April 2026, 02:28

Europas Cloud-Revolution: Warum lokale Alternativen zu US-Anbietern dringend nötig sind

Diagramm auf einer Whiteboard, das die Cloud-Computing-Konzept mit farbigen Formen und Pfeilen illustriert, begleitet von zugehörigem Text.

Europas Cloud-Revolution: Warum lokale Alternativen zu US-Anbietern dringend nötig sind

Europäische Unternehmen und Politiker drängen auf heimische Alternativen zu US-dominierten Cloud-Diensten

Auf dem Nextcloud Summit in München warnten Branchenführer vor der Abhängigkeit Europas von ausländischen IT-Anbietern und forderten eine stärkere Förderung lokaler Lösungen. Die mit 600 Teilnehmern gut besuchte Veranstaltung unterstrich das wachsende Interesse an sicheren, souveränen Digitalwerkzeugen.

Frank Karlitschek, CEO von Nextcloud, gab den Ton vor, indem er Software als politisches Thema bezeichnete. Er argumentierte, dass Europas Abhängigkeit von nicht-europäischen IT-Anbietern Risiken berge – etwa durch mögliche Einmischung US-amerikanischer Hyperscaler, Regierungsrichtlinien oder Geheimdienste. Seine Bedenken teilte die Wettbewerbsrechtsexpertin Christina Caffara, die Europa als "Kolonie der USA" bezeichnete und die EU zu Eingriffen aufforderte, um die Branche umzusteuern.

Auf dem Gipfel präsentierte Nextcloud auch seine neuesten Entwicklungen. Karlitschek kündigte an, dass die aktuelle Version von Nextcloud Talk – einer Alternative zu Microsoft Teams – nun ein Dashboard, Telefonie-Integration und verbesserte Videokonferenzfunktionen bietet. Damit, so seine Überzeugung, sei der Dienst ein ernstzunehmender Konkurrent. Zudem arbeiten Nextcloud und Ionos an Nextcloud Workspace, einem souveränen digitalen Arbeitsplatz auf Basis von Nextcloud Hub 10. Die für 2025 geplante Plattform soll KI-Tools enthalten, die lokal betrieben werden können – ohne Abhängigkeit von externen Servern.

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Unternehmen zeigen bereits Interesse. Uwe Presler von Bechtle verzeichnete eine steigende Nachfrage im öffentlichen Sektor nach Alternativen zu Microsoft 365, während Ionos-CTO Dr. Markus Noga auf das wachsende Bedürfnis von Unternehmen nach sicheren, souveränen Arbeitsplatzlösungen hinwies. Die grüne Europaabgeordnete Alexandra Geese unterstützte die Forderungen und rief dazu auf, europäische Cloud-Lösungen voranzutreiben und bei öffentlichen Ausschreibungen heimische Anbieter zu bevorzugen.

Der Nextcloud Summit machte deutlich: Europas Technologiebranche strebt nach Unabhängigkeit von der US-Dominanz. Mit neuen Produkten wie Nextcloud Workspace und wachsender politischer Rückendeckung gewinnt die Bewegung für souveräne Cloud-Lösungen an Fahrt. Der für 2025 geplante Start der Arbeitsplatzplattform wird zeigen, ob Europa eine tragfähige Alternative zu den etablierten Anbietern aufbauen kann.

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