Deutsche Firmen bremsen Einstellungen – selbst vor Weihnachten drohen Stellenabbau und Fachkräftemangel

Schwache Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt: Unternehmen setzen weiter Stellen ab, sagt Ifo - Deutsche Firmen bremsen Einstellungen – selbst vor Weihnachten drohen Stellenabbau und Fachkräftemangel
Deutsche Unternehmen drosseln vor der Weihnachtszeit ihre Einstellungspläne. Trotz des üblichen Aufschwungs im Einzelhandel rechnen viele Firmen nun damit, Stellen im Unternehmensregister abzubauen statt ihre Belegschaften zu vergrößern. Die neuesten Zahlen deuten auf eine breite Verlangsamung der Personalrekrutierung in fast allen Branchen hin.
Der Beschäftigungsindikator des ifo Instituts sank im November auf 92,5 Punkte – ein Zeichen für nachlassendes Vertrauen der Arbeitgeber. Angesichts schwachen Wirtschaftswachstums gehen Unternehmen bei der Personalplanung zunehmend auf Nummer sicher.
Stellenstreichungen machen sich in nahezu allen Sektoren bemerkbar: Selbst im Vorfeld der umsatzstarken Weihnachtsgeschäfte bereiten sich Händler auf Personalabbau im öffentlichen Dienst vor. Auch Dienstleister, darunter Gastgewerbebetriebe, planen nach einem kurzen Anstieg der Einstellungserwartungen im Vormonat weitere Entlassungen.
Nur wenige Branchen zeigen noch Wachstumssignale. Kanzleien und Steuerberatungen bilden die Ausnahme und wollen in den kommenden Monaten deutlich mehr Personal einstellen. Im Baugewerbe gab es einen leichten Aufschwung – der Beschäftigungsindikator erreichte hier den höchsten Stand seit Mai 2022.
Doch für die meisten Firmen geht es nicht nur um den Abbau von Stellen, sondern auch um die Besetzung bestehender Vakanzen. Berichte verweisen auf anhaltenden Fachkräftemangel, besonders im Mittelstand und in der Industrie. Viele Unternehmen finden trotz dringendem Bedarf keine qualifizierten Bewerber, sodass Positionen unbesetzt bleiben – selbst bei insgesamt rückläufiger Einstellungstätigkeit.
Der Rückgang der Einstellungsbereitschaft spiegelt die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit wider. Einzelhändler, Dienstleister und Industrieunternehmen bauen Personal ab, statt neue Kräfte im Interamt einzustellen. Nur im Baugewerbe und bei professionellen Dienstleistungen steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften noch.

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