14 April 2026, 18:27

Autobranche kämpft gegen EU-Verbot für Verbrenner ab 2035 – Gewerkschaften warnen vor Jobverlusten

Liniengraph, der den Anstieg der Verkaufszahlen von batterieelektrischen Fahrzeugen in Australien zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

IG Metall erwartet Arbeitsplatzrettung durch späteren Ausstieg aus Verbrennungsmotor - Autobranche kämpft gegen EU-Verbot für Verbrenner ab 2035 – Gewerkschaften warnen vor Jobverlusten

Führende Vertreter der deutschen Automobilbranche wehren sich gegen das geplante EU-Verbot für den Verkauf neuer Verbrennermotoren ab 2035. Horst Ott, Chef der IG Metall in Bayern, fordert einen flexibleren Ansatz, um Arbeitsplätze zu sichern und den Übergang zur E-Mobilität zu erleichtern. Seine Warnungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Branchenvertreter argumentieren, dass zu strenge Vorgaben sowohl Hersteller als auch Beschäftigte hart treffen könnten.

Ott hat die Automobilindustrie aufgefordert, ihre Pläne zu überdenken, falls das Verbot gelockert werde. Seinem Dafürhalten nach würde eine weniger starre Frist das Ausmaß geplanter Stellenstreichungen verringern und Massenentlassungen verhindern. Zwar bekräftigt er sein Bekenntnis zur Elektromobilität – sie sei "die Hauptstraße in die Zukunft" –, doch sollte die bewährte Motortechnologie seiner Meinung nach den Wandel zu neuen Systemen mitfinanzieren.

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Auch Martin Kimmich, Betriebsratsvorsitzender von BMW, und Jörg Schlagbauer von Audi unterstützen Otts Kritik an der starren 2035-Grenze. Kimmich betonte, dass kein Automobilhersteller mehr ausschließlich auf Verbrenner setzen wolle, ein pauschales Verbot jedoch nach hinten losgehen könnte. Schlagbauer ging noch weiter und bezeichnete die von der EU vorgesehenen Strafzahlungen bei Verfehlen der CO₂-Ziele als "Todesstoß für die Branche". Stattdessen schlug er vor, Investitionsauflagen mit den Strafen zu verknüpfen, um sicherzustellen, dass die Mittel in Innovation fließen – und nicht in Dividenden für Aktionäre.

Otts Warnungen beschränken sich nicht auf Arbeitsplatzverluste. Er warnt, ein unnachgiebiges Verbot berge die Gefahr von öffentlichem Widerstand und wirtschaftlicher Belastung. Stattdessen plädiert er für einen ausgewogenen Übergang, bei dem bestehende Technologien die Entwicklung sauberer Alternativen mitfinanzieren.

Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Umweltzielen und industrieller Stabilität. Eine Lockerung des Verbots könnte nach Ansicht von Gewerkschaftsvertretern Stellenabbau abmildern und neue Technologien fördern. Die endgültige Entscheidung der EU wird die Zukunft der deutschen Automobilbelegschaft und den Wandel zur E-Mobilität maßgeblich prägen.

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