07 May 2026, 12:32

Wasserstoff-Infrastruktur in Deutschland scheitert an mangelnder Nachfrage und Planungsfehlern

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung der US-Bundesstaaten nach Brennstoffquellen im Jahr 2022 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Wasserstoff-Infrastruktur in Deutschland scheitert an mangelnder Nachfrage und Planungsfehlern

Deutschlands Wasserstoff-Infrastrukturoffensive stockt massiv

Die Bemühungen Deutschlands, eine Wasserstoff-Infrastruktur aufzubauen, haben schwere Rückschläge erlitten. Millionen an Subventionen für Tankstellen und Elektrolyseure blieben ungenutzt – die Nachfrage war zu gering. Kritiker zweifeln inzwischen daran, ob die Technologie jemals eine bedeutende Rolle bei der Wärmeversorgung oder im Verkehr spielen wird.

Zwischen 2018 und 2025 hatte die Bundesregierung 61 Millionen Euro für den Ausbau von Wasserstofftankstellen bereitgestellt. Doch nur 16,3 Millionen Euro wurden tatsächlich ausgezahlt, weitere 9 Millionen mussten zurückfließen, nachdem geplante Projekte nicht realisiert wurden. Das Förderprogramm lief offiziell aus – mit wenig sichtbarem Erfolg für die getätigten Investitionen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Auch die Förderung von Elektrolyseuren, die für die Produktion von grünem Wasserstoff entscheidend sind, verlief enttäuschend. Von den knapp 120 Millionen Euro, die für 2024 und 2025 vorgesehen waren, wurden bis 2025 lediglich 4,1 Millionen Euro abgerufen. Besonders Bayern hatte Schwierigkeiten, die zugewiesenen Wasserstoffmittel zu verausgaben – große Summen blieben ungenutzt.

Unterdessen verlagert die Bundesregierung ihren Fokus auf ein Wasserstoff-Kernnetz, das vor allem industrielle Abnehmer bedienen soll – nicht Privathaushalte oder Verbraucher. Experten warnen, dass die hohen Produktionskosten Wasserstoff für Autos oder die Gebäudebeheizung unwirtschaftlich machen. Deutschland bliebe damit weiterhin stark von Importen abhängig, ähnlich wie derzeit bei Erdgas.

Die Grünen-Politiker Martin Stümpfig und Markus Büchler machten Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) für die Fehlsteuerung der Mittel verantwortlich. Sie kritisierten, dass Steuergelder in Projekte mit kaum spürbarem Nutzen geflossen seien.

Bis Ende 2025 war zwar mehr als die Hälfte der knapp 142 Millionen Euro für Energieforschungszuschüsse abgerufen worden. Doch die zögerliche Inanspruchnahme der spezifischen Wasserstoffförderung nährt Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der Technologie.

Die Probleme der Branche hinterlassen Deutschland mit ungenutzten Mitteln und verfehlten Zielen. Als realistische Perspektive bleibt vorerst nur die industrielle Nutzung – während Verbraucheranwendungen immer unwahrscheinlicher werden. Ohne eine deutlich höhere Nachfrage könnten die Wasserstoffpläne des Landes weiter auf dem Boden der Tatsachen bleiben.

Quelle