Trigema-Erbin Bonita Grupp kritisiert 1.000-Euro-Bonus als "Geschenkverteilung"
Verena GuteTrigema-Erbin Bonita Grupp kritisiert 1.000-Euro-Bonus als "Geschenkverteilung"
Bonita Grupp, Erbin der Modemarkenkette Trigema, hat sich gegen den neuen steuerfreien Bonus von 1.000 Euro für Arbeitnehmer:innen ausgesprochen, den die Regierung eingeführt hat. Sie warnte, die Maßnahme wecke unrealistische Erwartungen und belaste gleichzeitig die Unternehmen finanziell zusätzlich.
Die Unternehmerin äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der steigenden Lohnnebenkosten, die sie als wachsende Gefahr für die Wirtschaft bezeichnete. Trotz ihrer Kritik zeigte sie sich jedoch offen für eine Anpassung des Spitzensteuersatzes – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.
Grupp bezeichnete den steuerfreien Bonus in Höhe von 1.000 Euro als schlecht durchdacht. Aus ihrer Sicht handele es sich dabei um eine „Geschenkverteilung mit fremdem Geld“, statt grundlegende wirtschaftliche Probleme anzugehen. Solche Maßnahmen würden bei Beschäftigten falsche Hoffnungen wecken, ohne langfristige Lösungen zu bieten, so ihre Argumentation.
Auf die Frage, ob Trigema den Bonus selbst zahlen werde, erklärte Grupp, das Unternehmen prüfe die Angelegenheit noch. Eine endgültige Entscheidung stehe bisher aus.
In der Steuerpolitik zeigte sich die Unternehmerin hingegen kompromissbereit. Ein moderater Anstieg des Spitzensteuersatzes sei ihrer Meinung nach denkbar – vorausgesetzt, er werde durch Entlastungen in anderen Bereichen ausgeglichen. Ihre Äußerungen spiegeln eine grundsätzliche Sorge wider: Die finanzielle Belastung für Unternehmen, insbesondere durch die steigenden Lohnnebenkosten, werde immer größer. Ohne Gegenmaßnahmen könnten diese Ausgaben für Arbeitgeber:innen auf Dauer untragbar werden, warnte Grupp.
Ihre Stellungnahme unterstreicht die Spannung zwischen kurzfristigen Anreizen für Beschäftigte und den langfristigen Herausforderungen für die Wirtschaft. Während die Debatte um den 1.000-Euro-Bonus weitergeht, hat Trigema noch keine klare Position bezogen. Grupps Bereitschaft, Steueranpassungen in Erwägung zu ziehen, deutet jedoch auf einen abgewogenen Umgang mit wirtschaftspolitischen Veränderungen hin.






