Studie zeigt: Deutschland braucht fünfmal mehr wasserstofffähige Gaskraftwerke bis 2045
Verena GuteStudie zeigt: Deutschland braucht fünfmal mehr wasserstofffähige Gaskraftwerke bis 2045
Eine neue Studie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) unterstreicht die zentrale Rolle wasserstofffähiger Gaskraftwerke für Deutschlands Weg zu einem klimaneutralen Energiesystem. Die im Fachmagazin Applied Energy 2025 veröffentlichte Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass diese Anlagen entscheidend sind, um Emissionen zu senken, ohne dabei die Kosten oder die Versorgungssicherheit zu gefährden.
Die Ergebnisse zeigen eine erhebliche Lücke zwischen den wissenschaftlichen Empfehlungen und den aktuellen politischen Plänen für die Energiewende. Die unter dem Titel "Wasserstofffähige Kraftwerke: Optimale Wege zu einem dekabonisierten Energiesystem in Deutschland" veröffentlichte Studie geht davon aus, dass bis 2045 mindestens 53 Gigawatt (GW) an wasserstofftauglicher Gaskapazität benötigt werden. Diese Kraftwerke könnten zunächst mit Erdgas betrieben werden, bevor sie vollständig auf Wasserstoff umstellen. Diese Flexibilität verringert die Abhängigkeit von zusätzlichen Batteriespeichern, neuen Wind- oder Solarparks und minimiert die unnötige Verschwendung von Windstrom.
Doch die aktuelle Strategie der Bundesregierung sieht lediglich 12 GW an neuer wasserstofffähiger Kapazität vor – deutlich weniger als von der Studie empfohlen. Die Autoren warnen, dass ohne ausreichende Investitionen in flexible Kapazitäten die Dekarbonisierung teurer werden und die Versorgungssicherheit gefährden könnte.
Ihre Kostenanalyse prognostiziert mindestens 324 Milliarden Euro an kumulativen Systemumstellungskosten bis 2050. Ein höherer CO₂-Preis könnte den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen beschleunigen und die schnelleren Einführung wasserstofffähiger Kraftwerke fördern. Dies würde laut Bericht sowohl die langfristigen Emissionen als auch die Gesamtkosten des Systems senken.
Die Studie betont, dass Deutschland seine Kapazitäten für wasserstofffähige Gaskraftwerke deutlich ausbauen muss. Ohne Anpassungen der aktuellen Pläne drohen dem Land höhere Kosten und mögliche Herausforderungen bei der Energieversorgung.
Die berechneten Werte deuten auf eine Verfünffachung der Kapazität im Vergleich zu den bisherigen Regierungszielen hin – ein klarer Widerspruch zwischen wissenschaftlichem Rat und politischer Ausrichtung.






