Münchens erster grüner Oberbürgermeister Dominikus Krause bricht SPD-Dominanz
Rolf WendeMünchens erster grüner Oberbürgermeister Dominikus Krause bricht SPD-Dominanz
Dominik Krause ist im März 2026 nach einem gewonnenen Stichwahlkampf Münchens erster grüner Oberbürgermeister geworden. Der 35-Jährige setzte sich gegen den langjährigen SPD-Amtsinhaber Dieter Reiter durch und beendete damit Jahrzehnte der Vorherrschaft der Sozialdemokraten in der Stadt. Sein Sieg markiert einen deutlichen Wandel in der Kommunalpolitik, getrieben von wachsender Unterstützung für die Grünen und strategischen Fehlern seines Kontrahenten.
Mit 56,4 Prozent der Stimmen im zweiten Wahlgang setzte sich Krause nach einem starken ersten Durchgang durch. Im Wahlkampf hatte er sich vor allem auf die Bewältigung der Münchner Wohnungsnot konzentriert und den Bau von 50.000 neuen Wohnungen versprochen. Zudem kündigte er eine Ausweitung der Familienförderung sowie finanzpolitische Reformen an, um die hohen Schulden der Stadt abzubauen.
Während des Wahlkampfs übernahm Krause den von einem Kabarettisten geprägten Spitznamen "BürGAYmeister" – eine Anspielung auf seine offene Homosexualität. Anders als sein Vorgänger verzichtete er nach dem Sieg auf Kritik an Reiter und signalisierte damit einen versöhnlichen Kurs. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, dessen CSU die Oberbürgermeisterwürde in der Vergangenheit zeitweise innehatte, bot trotz politischer Differenzen Zusammenarbeit an.
Krause ist mit dem Amt des Oberbürgermeisters bereits vertraut: Während des Wahlkampfs sprang er kurzzeitig für Reiter ein, als dieser beurlaubt war. Bekannt für seine direkte Art, bezeichnete er das Oktoberfest einst als "größte Freiluft-Drogenmeile der Welt", als er noch stellvertretender Bürgermeister war. Dennoch plant er in diesem Jahr gemeinsam mit Söder das erste Fass anzustechen – ein symbolträchtiger Akt der Einheit.
Privat begeistert sich Krause für Wandern und Skifahren. Bereits jetzt kündigte er an, Ostern in Südtirol verbringen zu wollen, um sein neues Amt mit persönlichen Interessen in Einklang zu bringen. Zwar gilt er für das Amt als jung, doch ist er nicht Münchens jüngster Oberbürgermeister: Hans-Jochen Vogel war mit 34 Jahren bei seinem Amtsantritt 1960 noch jünger.
Krauses Sieg beendet die jahrzehntelange SPD-Dominanz in München. Die Grünen stellen nun die stärkste Fraktion im Stadtrat. Seine Regierung steht vor unmittelbaren Herausforderungen, darunter Schuldenabbau und die Umsetzung der Wohnungsbauversprechen. Wie gut es dem neuen Oberbürgermeister gelingt, parteiübergreifend zu agieren, wird die politische Landschaft Münchens in den kommenden Jahren prägen.






