Mecklenburg-Vorpommern drohen drastische Kürzungen bei EU-Agrarsubventionen bis 2028
Verena GuteBackhaus: Ländliche Regionen dürfen nicht vernachlässigt werden - Mecklenburg-Vorpommern drohen drastische Kürzungen bei EU-Agrarsubventionen bis 2028
Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern sehen sich einer finanziellen Bedrohung gegenüber, da Kürzungen der EU-Fördergelder drohen. Die Region könnte jährlich über 160 Millionen Euro an Agrarsubventionen verlieren, falls die aktuellen Vorschläge umgesetzt werden. Agrarminister Till Backhaus warnte vor schweren Folgen für mehr als 1.000 Betriebe im Land.
Auf der jüngsten Agrarministerkonferenz äußerte Backhaus scharfe Kritik an den Plänen der EU zur Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) über das Jahr 2028 hinaus. Er betonte, dass die GAP nicht nur Direktzahlungen an Landwirte unterstütze, sondern auch die Entwicklung des ländlichen Raums fördere. Nach den geplanten Änderungen könnten die Direktzahlungen in Mecklenburg-Vorpommern von 314 Millionen auf 151 Millionen Euro sinken – ein Rückgang von über 50 %.
Besonders hart träfen die Kürzungen große Betriebe, da Deckelungen und gestaffelte Kürzungen vor allem größere Landwirtschaftsunternehmen belasten würden. Neben den Subventionen stand auf der Konferenz auch die Düngemittelverordnung auf der Agenda. Backhaus forderte zügige Anpassungen der entsprechenden Gesetze und argumentierte, dass jüngste Gerichtsurteile bei Landwirten zu Unsicherheiten über die Regelungen in nitratbelasteten Gebieten geführt hätten. Er drängte auf klarere, rechtssichere Vorgaben, um weitere Verwirrung zu vermeiden.
Auch andere Bundesländer spüren den Druck: Niedersachsen muss mit Kürzungen von 150 Millionen Euro bei den Bundesagrarmitteln für 2026 rechnen, während Nordrhein-Westfalen feste Fördersätze – etwa 35 Euro pro Hektar Ackerland – festgelegt hat, ohne weitere Kürzungen konkret zu benennen.
Die geplanten Einschnitte würden die EU-Agrarförderung um Hundertmillionen kürzen und damit Tausende Betriebe direkt treffen. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns fordert Planungssicherheit und einen Stopp der Kürzungen. Ohne Änderungen drohen Landwirten und ländlichen Gemeinden in den kommenden Jahren erhebliche finanzielle Belastungen.






