08 May 2026, 20:23

Magnus Midtbøs riskante Matterhorn-Besteigung löst Alpin-Debatte aus

Alte Zeitung mit der Überschrift "Glasnik, Januar 1918" und einem Schwarz-Weiß-Foto einer Gruppe von Menschen mit Rucksäcken, die einen Berg erklimmen.

Magnus Midtbøs riskante Matterhorn-Besteigung löst Alpin-Debatte aus

Norwegischer Kletterer Magnus Midtbø löst mit Matterhorn-Besteigung ohne Vorbereitung Kontroverse aus

Der norwegische Kletterer Magnus Midtbø hat mit seiner Besteigung des Matterhorns ohne ausreichende Vorbereitung oder Bergführer für Aufsehen gesorgt. Sein YouTube-Video des Aufstiegs verzeichnet Millionen von Aufrufen – und scharfe Kritik von Alpin-Experten. Viele befürchten nun, dass sein leichtsinniges Vorgehen andere dazu ermutigen könnte, ähnliche Risiken in den Bergen einzugehen.

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Midtbø räumte in Interviews ein, es zu bereuen, den 4.478 Meter hohen Gipfel unvorbereitet bestiegen zu haben. Trotz seiner Warnungen wurde das Video bereits 2,7 Millionen Mal aufgerufen, was Fragen nach dem Einfluss sozialer Medien auf die Sicherheit im Bergsport aufwirft.

„Extremes Glück“ statt Vorbildfunktion Christoph Pirchmoser vom Österreichischen Alpenverein (ÖAV) bezeichnete Midtbøs Erfolg als „extrem glücklich“ und betonte, dass sein Aufstieg keinesfalls als Beispiel dienen sollte. Stefan Winter vom Deutschen Alpenverein (DAV) argumentierte, solche Aktionen seien weniger ein neues Phänomen als vielmehr Teil eines größeren Trends zur Risikosuche.

Auch Rettungsexperten äußerten sich kritisch. Anjan Truffer, Leiter der Rettung bei Air Zermatt, warf Midtbø vor, das Video trotz seiner Reue zu monetarisieren. Truffer wies darauf hin, dass soziale Medien Menschen oft zu unnötigen Risiken verleiteten. Zwar hätten junge Bergsteiger schon immer Vorbilder nachgeahmt – früher jedoch mit mehr Vorsicht.

Alpenvereine setzen auf Aufklärung Alpinclubs im deutschsprachigen Raum nutzen nun selbst soziale Medien, um riskantes Verhalten entgegenzuwirken. Mit Kampagnen wollen sie Bergsteiger über die Gefahren unvorbereiteter Touren in den schnell wechselnden Bergbedingungen aufklären.

Midtbøs Matterhorn-Besteigung hat die Debatte über Verantwortung im Bergsport neu entfacht. Während sein Video weiterhin beliebt ist, warnen Experten: Glück allein ersetze keine fundierte Ausbildung und keinen Respekt vor den Gefahren der Alpen. Rettungskräfte betonen zudem, dass leichtsinnige Unterfangen nicht nur Leben gefährden, sondern auch die Einsatzkräfte unnötig belasten.

Quelle