Kaufbeurens Traum vom echten Campus bleibt vorerst unerfüllt
Kaufbeuren trägt seit langem den Beinamen "Universitätsstadt" – und das wegen seiner Rolle in der Ausbildung künftiger Steuerbeamter. Doch trotz dieses Titels sucht man hier vergeblich nach einem echten Campus mit Hörsälen, Studentenwohnheimen oder einer zentralen Mensa. Jahrelang wurde über Pläne für ein eigenes Studentenviertel diskutiert – doch seit dem letzten großen Vorstoß hat sich kaum etwas bewegt.
Die Hochschule für den öffentlichen Dienst – Fachbereich Finanzen, die ursprünglich wegen Platzmangels anderswo in Kaufbeuren eröffnet wurde, ist bis heute über die ganze Stadt verteilt. Statt eines zentralen Campus' nutzen ihre Einrichtungen angemietete Gebäude – eine Lösung, die der Stadt das lebendige Flair verleiht, das für echte Universitätsstädte typisch ist.
Vor zwei Jahren bot das Bauunternehmen Dobler dem Freistaat ein zwei Hektar großes Grundstück für die Bebauung an. Der Vorschlag belebte die Debatte um ein Studentenviertel neu – doch seitdem ist nichts passiert. Unterdessen wurden sogar einige Studierende vorübergehend nach Herrsching verlegt, um die Überlastung in Kaufbeuren zu entspannen.
Lokale Politiker und Bildungsexperten betonen seit Jahren die Notwendigkeit eines richtigen Campus. Die aktuelle Situation – ohne zentrales Lern- und Lebensumfeld für Studierende – entspricht nicht dem, was man von einer echten Universitätsstadt erwarten würde.
Doch die Idee eines Studentenviertels in Kaufbeuren bleibt vorerst auf Eis, trotz früherer Angebote und anhaltender Nachfrage. Solange es keinen einheitlichen Campus gibt, bleibt der Ruf als "Universitätsstadt" eher symbolisch als gelebte Realität. Bis auf Weiteres arbeiten Studierende und Dozenten in gemieteten Räumen, verstreut über das ganze Stadtgebiet.






