Fendt-Chef warnt vor chinesischer Konkurrenz und schwachem Agrarmaschinenmarkt bis 2027
Bayram JohannFendt-Chef warnt vor chinesischer Konkurrenz und schwachem Agrarmaschinenmarkt bis 2027
Fendt-Chef Christoph Gröblinghoff hat seine Einschätzung zum Agrarmaschinenmarkt abgegeben und prognostiziert bis 2027 nur ein langsames Wachstum. Gleichzeitig warnte er vor der zunehmenden Konkurrenz durch chinesische Hersteller, die die Branche innerhalb eines Jahrzehnts grundlegend verändern könnte. Das Unternehmen setzt unterdessen auf Hochleistungsmaschinen und erschließt neue Märkte.
Laut Gröblinghoff ist bis 2027 lediglich mit einer moderaten Erholung beim Traktorenabsatz zu rechnen. Der Markt könnte um etwa 6 Prozent wachsen und ein Volumen von rund 156.000 bis 157.000 Einheiten erreichen. Bis dahin dürfte die Nachfrage jedoch schwach bleiben.
Fendt konzentriert sich weiterhin auf große, hoch effiziente Maschinen, die vor allem auf professionelle Landwirte in Europa zugeschnitten sind. Diese Strategie steht im Kontrast zur wachsenden Bedrohung durch kostengünstige Wettbewerber, insbesondere aus China. Gröblinghoff geht davon aus, dass diese neuen Marktteilnehmer mit extrem schmalen Gewinnmargen operieren und damit etablierte Hersteller unter Druck setzen werden.
Der Vorstandsvorsitzende sagte zudem voraus, dass einige europäische Marken innerhalb der nächsten zehn Jahre aufgrund dieser Konkurrenz vom Markt verschwinden könnten. Er betonte den wachsenden Einfluss Chinas und deutete an, dass asiatische Hersteller die Branche langfristig dominieren könnten.
Um sich abzusichern, investiert Fendt in Automatisierung und Robotik. Humanoide Roboter, die weniger als 30.000 Euro kosten, könnten bald eine größere Rolle in der Landwirtschaft spielen. Gleichzeitig expandiert das Unternehmen in Nord- und Südamerika, während das Werk in Marktoberdorf weiterhin das zentrale Kompetenzzentrum für die Produktion von Radtraktoren bleibt.
Die Energiekosten bleiben für Fendt eine Herausforderung. Am deutschen Standort liegen die Stromkosten derzeit bei etwa 20 Cent pro Kilowattstunde – höher als in jedem anderen AGCO-Werk in Europa.
Mit dem Fokus auf Automatisierung, Hochleistungsmaschinen und globale Expansion stellt sich Fendt auf ein langsameres Marktwachstum und steigende Konkurrenz ein. Die langfristige Strategie des Unternehmens zielt darauf ab, sich gegen kostengünstige Mitbewerber – vor allem aus China – zu behaupten. Gleichzeitig prägen Energieausgaben und Marktzwänge weiterhin den Geschäftsbetrieb.






