30 April 2026, 14:36

Eskalation bei der Berliner Zeitung: Verleger und Journalist im offenen Machtkampf

Alte Zeitungsvorderseite mit der Überschrift "L'opinion" auf gelbem, altem Papier und schwarzer Tinte.

Eskalation bei der Berliner Zeitung: Verleger und Journalist im offenen Machtkampf

Ein öffentlicher Streit ist zwischen Holger Friedrich, Verleger der Berliner Zeitung, und dem Journalisten Franz Sommerfeld entbrannt. Der Konflikt begann, nachdem Sommerfeld die politische Ausrichtung der Zeitung nach dem Abschied der langjährigen Reporterin Anja Reich-Osang kritisiert hatte. Friedrich reagierte mit einem persönlichen Artikel – ohne Sommerfeld jedoch direkt als Urheber der Kritik zu nennen.

Ausgelöst wurde die Auseinandersetzung durch den Abgang von Anja Reich-Osang, die nach drei Jahrzehnten die Berliner Zeitung verließ. Kurz darauf hinterfragte der Medienkommentator Franz Sommerfeld die neue redaktionelle Linie des Blattes. Statt die Vorwürfe offen zu thematisieren, veröffentlichte Friedrich eine ausführliche Erwiderung, in der er die Kritik zurückwies, ohne Sommerfelds Namen zu nennen.

Friedrich rechtfertigte sein Vorgehen später damit, dass eine Wiederholung von Sommerfelds Aussagen Mitarbeiter des Berliner Verlagshauses gefährden könnte. Beobachter wiesen jedoch darauf hin, dass seine Reaktion selbstbezogen wirkte und jede Selbstreflexion vermissen ließ. Kritiker monierten, dass Friedrich zwar journalistische Kontrolle einfordere, selbst aber unwohl werde, sobald er selbst im Fokus stehe.

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Der Verleger griff zudem das Medienportal kress an, das zuvor über seine Ehefrau berichtet hatte. Dies verstärkte den Eindruck, dass seine Reaktion weniger von professioneller Verantwortung als vielmehr von persönlichem Stolz geprägt war.

Die Debatte hat die Spannungen innerhalb der Berliner Zeitung über ihre redaktionelle Zukunft offengelegt. Friedrichs Weigerung, Sommerfeld beim Namen zu nennen, sowie sein konfrontativer Ton lenkten zusätzliche Aufmerksamkeit auf die internen Veränderungen des Blattes. Der Streit bleibt vorerst ungelöst – Anzeichen für einen weiteren Dialog zwischen den beiden gibt es nicht.

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