Beamtenbund warnt vor verfassungswidriger Besoldungsreform und fordert Korrekturen
Bayram JohannBeamtenbund warnt vor verfassungswidriger Besoldungsreform und fordert Korrekturen
Deutscher Beamtenbund (DBB) fordert Nachbesserungen bei geplanter Besoldungsreform
Der Deutsche Beamtenbund (DBB) hat die Bundesregierung aufgefordert, ihren Entwurf für die Besoldungsreform im öffentlichen Dienst zu überarbeiten. Zwar unterstützt die Gewerkschaft Teile des Vorhabens, kritisiert jedoch zentrale Punkte als verfassungswidrig und ungerecht.
Besonders in der Kritik steht die geplante Neuregelung der Gehaltsberechnung, vor allem für Beamte der Besoldungsgruppe B.
Der DBB begrüßt zwar die vorgesehenen höheren Einstiegsgehälter für Bundesbedienstete sowie die Möglichkeit, neue Mitarbeiter direkt in die zweite Besoldungsstufe einzugruppieren. Doch lehnt er die Behandlung der höher eingestuften Beamten ab.
Laut aktuellem Entwurf sollen Beamte der B-Besoldung geringere Gehaltserhöhungen erhalten als ihre Kollegen in der A-Skala. Eine Analyse des DBB zeigt, dass der Plan verfassungsrechtliche Grundsätze verletzt – insbesondere das Leistungsprinzip und die Differenzierungsregel. Letztere schreibt Mindestabstände zwischen den Besoldungsgruppen vor, doch der Entwurf sieht zwischen B3 und B4 nur einen Unterschied von 1,6 Prozent vor – deutlich unter der geforderten Schwelle.
Ein weiterer strittiger Punkt ist die Abschaffung des „Alleinverdienerprinzips“. Statt wie bisher von einem Einverdienereinkommen auszugehen, berücksichtigt der Gesetzentwurf ein fiktives Partnereinkommen von 20.000 Euro jährlich. Beamtenvertreter kritisieren, dass diese Anpassung das Recht auf volle Vergütung unzulässig von den Einkünften des Partners abhängig macht.
Das Bundesinnenministerium hat bisher nicht auf Nachfragen zu den Diskrepanzen in der B-Besoldung reagiert. Der DBB besteht darauf, dass die Einkommensunterschiede vor einer Verabschiedung der Reform überprüft werden müssen.
Die Forderungen des DBB spiegeln die Spannungen um die Lohngerechtigkeit im öffentlichen Dienst wider. Bleibt der Entwurf unverändert, könnte dies die Gehaltskluft zwischen jüngeren und höheren Beamten weiter vertiefen. Die Regierung steht nun unter Druck, die Kritikpunkte zu berücksichtigen, bevor das Gesetz final beschlossen wird.






