Landtag gibt grünes Licht für leichteres Wolfjagen in Bayern - Bayerns neue Jagdgesetze entfachen Streit um Wölfe und Ökosysteme
Bayern hat seine Jagdgesetze grundlegend reformiert – und damit eine Debatte zwischen Naturschützern und Landwirten ausgelöst. Der Landtag stuft mit den neuen Regelungen Wölfe und Goldschakale als jagdbare Wildarten ein, was ihre Bejagung erleichtert. Kritiker warnen, die Änderungen könnten Ökosysteme schädigen und Naturgefahren wie Überschwemmungen und Lawinen verstärken.
Die Wolfspopulation in Bayern ist in den vergangenen fünf Jahren stark angestiegen. Die Zahlen kletterten von etwa 50 Tieren im Jahr 2021 auf über 200 in stabilen Rudeln bis 2025, vor allem in Oberbayern und Franken. Gründe für das Wachstum sind unter anderem EU-Habitatrichtlinien, eingeschränkte Bejagung vor 2025, natürliche Vermehrung sowie Zuwanderung aus Tschechien und Sachsen. Gleichzeitig nahmen die Konflikte mit Landwirten zu, da Wölfe vermehrt Nutztiere rissen.
Das neue Gesetz erlaubt nun eine einfachere Entnahme von Wölfen, um Angriffe auf Schafe und andere Weidetiere zu verringern. Zudem überträgt es die Planung von Abschussmaßnahmen an lokale Jäger und Grundbesitzer, die damit mehr Mitspracherecht bei der Wildtierregulierung erhalten. Darüber hinaus wurde die Jagdzeit auf Rehwild auf Mitte April vorverlegt, was frühere Abschüsse ermöglicht.
Umweltverbände wie der Bund Naturschutz kritisieren die Lockerungen scharf. Sie warnen, dass übermäßige Bejagung von Rehen und unkontrollierte Abschüsse die Wasserqualität verschlechtern, das Hochwasserrisiko erhöhen und mehr Lawinen auslösen könnten.
Die Reformen markieren einen deutlichen Kurswechsel in der bayerischen Wildtierpolitik. Wölfe und Schakale dürfen nun leichter bejagt werden, während Kommunen und lokale Behörden mehr Entscheidungsgewalt über Abschusspläne erhalten. Die Änderungen sollen zwar die Sorgen der Landwirte berücksichtigen, stoßen bei Naturschützern jedoch auf massive Kritik wegen möglicher ökologischer Folgen.






