25 March 2026, 08:27

Autobranche am Scheideweg: Warum Deutschland jetzt handeln muss

Plakatwerbung Bergbahn, Deutschland als elektrisches Stadt mit Bildern von Gebäuden, Bäumen, Hügeln und beschreibendem Text.

Autobranche am Scheideweg: Warum Deutschland jetzt handeln muss

Deutschlands Automobilbranche steht an einem Scheideweg, warnt Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Verzögerungen bei Reformen seien keine Option mehr, während die Branche auf Klimaneutralität zusteuere. Der Wandel beschränke sich nicht auf Elektroautos – auch E-Fuels, Wasserstoff und Brennstoffzellen spielten eine zentrale Rolle.

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Gleichzeitig wies Imelda Labbé, Chefin des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), auf die ungleichmäßige Entwicklung der E-Mobilität hin. Zwar setzten sich Elektroautos zunehmend durch, doch die Ladeinfrastruktur bleibe ein großes Hindernis – besonders in kleineren Städten und Metropolen wie München.

Müller betonte die Dringlichkeit des Umbruchs und bezeichnete ihn als "entscheidenden Wendepunkt" für die Branche. Sie begrüßte zwar aktuelle Regierungszusagen zur Bürokratieabbau und beschleunigten Genehmigungen, forderte aber schnellere Taten. Ohne sofortige Reformen drohe Deutschland den Anschluss in Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und Innovation zu verlieren, so ihre Warnung.

Die VDA-Präsidentin stellte zudem klar, dass Mobilität mehr sei als nur Technik – sie stehe für individuelle Freiheit, gesellschaftliche Teilhabe und Lebensqualität. Erfolg hänge davon ab, dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an einem Strang zogen.

Labbé teilte die Sorgen über Infrastrukturlücken. Bis Anfang 2026 verfügte Deutschland zwar über mehr als 160.000 öffentliche Ladesäulen, doch der Ausbau verlaufe ungleich. Besonders ostdeutsche Bundesländer wie Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern klagen über die größten Engpässe – hier liegt der Anteil an rein batteriebetriebenen Fahrzeugen (BEV) bei nur 2,0 bis 2,3 Prozent. Eine VDA-Umfrage zeigte zudem, dass viele Mittelständler Investitionen aufschieben oder Standorte ins Ausland verlagern – verunsichert durch das hiesige Wirtschaftsklima.

Müller unterstrich, dass der Wandel sozial verträglich gestaltet werden müsse. Gefragt seien Politiken, die Arbeitsplätze und Innovation schützten und gleichzeitig die globale Wettbewerbsfähigkeit der Branche sicherten.

Der Weg zur Klimaneutralität erfordere verschiedene Technologien – von der Elektrifizierung über Wasserstoff bis zu E-Fuels. Doch die Herausforderungen blieben groß, besonders bei der Ladeinfrastruktur und regionalen Unterschieden. Die Branchenführer sind sich einig: Nur mit zügigem Regierungshandeln und branchenübergreifender Zusammenarbeit kann Deutschland seine Position auf dem Weltmarkt halten.

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