Ampelkoalition setzt auf schärfere Filmfördergesetze – doch Kritik bleibt
Freia MansAmpelkoalition setzt auf schärfere Filmfördergesetze – doch Kritik bleibt
Die deutsche Ampelkoalition ändert ihre Strategie bei den Förderregeln für die Filmbranche. Nach bisherigen freiwilligen Absprachen mit Streamingdiensten will die Regierung nun verbindliche gesetzliche Vorgaben durchsetzen. Der Schritt folgt anhaltenden Forderungen nach strengeren Investitionsverpflichtungen, um den heimischen Filmsektor zu stärken.
Sven Lehmann, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien, betonte den Kompromiss der Koalition bei den Investitionsregeln. Er unterstrich, dass das Gesetz echte zusätzliche Mittel generieren müsse – und keine bloßen Symbolpolitik. Besonders umstritten ist die geplante Investitionsquote von acht Prozent, die Kritiker als zu niedrig ansehen, um spürbare Wirkung zu entfalten.
Länder wie Frankreich, das eine Quote von 20 Prozent vorsieht, gelten als Vorbild für Deutschland. Lehmann warnte zudem, dass unklare Durchsetzungsregeln und eine geplante Ausstiegsoption die Einhaltung des Gesetzes untergraben könnten. Auch die aktuellen Bestimmungen zur Rechteverteilung werfen Fragen nach ihrer Wirksamkeit auf.
Die Koalition steht unter Druck, das Gesetzgebungsverfahren zügig einzuleiten. Verzögerungen könnten die deutsche Filmwirtschaft ohne die nötige Planungssicherheit zurücklassen. Ein attraktives Steueranreizsystem bleibt entscheidend, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern.
Ziel der neuen Regelungen ist es, mehr Finanzmittel für die deutsche Filmbranche zu mobilisieren. Doch damit das Vorhaben gelingt, muss die Regierung die Bedenken wegen zu niedriger Quoten und Vollzugslücken ausräumen. Ohne klare Vorgaben und schnelles Handeln droht die Reform ihre Ziele zu verfehlen.






