23 March 2026, 20:37

250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe

Frauen in grünen T-Shirts bei einer Demonstration, die weiße Schilder halten, mit vielen anderen Mädchen im Hintergrund.

250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe

Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen in Deutschland hat einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um männliche Gewalt zu bekämpfen. Zu ihren Forderungen gehören strengere Gesetze gegen digitale Gewalt, etwa sexualisierte Deepfakes und mit KI erstellte Nacktbilder. Die Gruppe, zu der Politikerinnen, Aktivistinnen und Prominente zählen, drängt auf rasche gesetzliche Reformen.

Unterdessen hat die Bundesregierung bereits Pläne angekündigt, um diese Probleme anzugehen. Ein Gesetzentwurf, der für das Frühjahr 2026 erwartet wird, soll den Missbrauch von Deepfakes sowie die unerlaubte Nutzung von Ortungsgeräten wie Apple AirTags unter Strafe stellen.

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Der Vorschlag des Bündnisses fordert umfassende Änderungen, um Frauen vor digitaler und physischer Gewalt zu schützen. Zu den Unterzeichnerinnen gehören SPD-Chefin Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner und die Schauspielerin Veronica Ferres. Sie verlangen ein vollständiges Verbot nicht einvernehmlicher Deepfake-Inhalte mit harten Strafen für Täter.

Die Gruppe fordert zudem ein neues Digital-Schutzgesetz. Dieses soll Plattformen verpflichten, schädliche Inhalte zügig zu löschen und bei der Identifizierung der Verantwortlichen zu helfen. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Einführung von "Femizid" als eigenständiges Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch.

Darüber hinaus setzen sich die Frauen für ein Zustimmungsmodell ("Only Yes Means Yes") in Sexualstrafverfahren ein. Dies soll rechtliche Grenzen klarer definieren und Opfer besser schützen. Der Plan sieht auch ein Verbot von "Nudify"-Apps vor, die mithilfe von KI ohne Einwilligung gefälschte Nacktbilder erstellen.

Der geplante Gesetzentwurf der Regierung deckt sich teilweise mit diesen Forderungen. Justizministerin Stefanie Hubig bestätigte, dass die Erstellung oder Verbreitung sexualisierter Deepfakes künftig als Straftat gelten soll – mit Haftstrafen von bis zu zwei Jahren. Das Gesetz zielt zudem auf die unerlaubte Ortung über Geräte wie AirTags ab. Damit wird ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt, das Cyberkriminalitätsgesetze reformieren und Vollzugslücken schließen soll.

Die vorgeschlagenen Rechtsänderungen sollen die wachsende Besorgnis über digitale Gewalt und bildbasierten Missbrauch adressieren. Falls verabschiedet, würde das Gesetz 2026 einen wichtigen Schritt darstellen, um die Ausbeutung durch Deepfakes und unerlaubte Ortung unter Strafe zu stellen. Die weiteren Forderungen des Bündnisses – darunter die Anerkennung von Femizid und Reformen beim Einvernehmlichkeitsprinzip – könnten Deutschlands Umgang mit geschlechtsspezifischer Gewalt grundlegend verändern.

Quelle