09 June 2026, 08:22

Wirtschaftsgipfel ohne Mittelstand: Warum kleine Betriebe protestieren

BVMW-Präsident Ahlhaus: KMUs fühlen sich bei Wirtschaftsrunde im Kanzleramt übergangen

Wirtschaftsgipfel ohne Mittelstand: Warum kleine Betriebe protestieren

Deutschlands anstehender Wirtschaftsgipfel stößt auf Kritik aus der Wirtschaft

Elf Wirtschaftsverbände, darunter der BVMW, üben scharfe Kritik an der Ausgrenzung kleiner und mittlerer Unternehmen – des Mittelstands – von den zentralen Diskussionen des bevorstehenden Gipfels. Sie werfen der Regierung vor, die Realität des Großteil der deutschen Wirtschaft zu ignorieren.

Der von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) organisierte Gipfel bringt Gewerkschaften und große Arbeitgeberverbände zusammen. Doch Christoph Ahlhaus, Hauptgeschäftsführer des BVMW, moniert, dass der Mittelstand bei diesem „wichtigsten Treffen der Legislaturperiode“ systematisch übergangen werde. Er warnt, dass frühere Vereinbarungen – wie das gescheiterte 1.000-Euro-Bonusprogramm – zeigen, wie die Regierung die Bedürfnisse kleinerer Betriebe immer wieder vernachlässigt.

Die Unterzeichner, die ein breites Spektrum der Wirtschaft vertreten, betrachten den Gipfel „mit wachsender Sorge“. Sie kritisieren, dass der Fokus auf Großkonzerne die vielfältige Wirtschaftslandschaft Deutschlands nicht widerspiegelt. Stattdessen fordern sie einen offenen, realitätsnahen Dialog, der den Mittelstand – das Rückgrat der Wirtschaft – einbezieht.

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Ahlhaus wirft der Regierung zudem vor, sich nach einem schlecht moderierten Treffen in der Villa Borsig „in eine Sackgasse manövriert“ zu haben. Zentrale Forderungen der Verbände – wie Bürokratieabbau, Einkommensteuerreform und flexiblere Arbeitsgesetze – blieben bisher unerfüllt. Ohne Fortschritte in diesen Bereichen befürchten sie, dass der Gipfel kaum greifbare Ergebnisse liefern wird.

Die Kritik unterstreicht die wachsende Kluft zwischen Politik und Mittelstand. Da ihre Forderungen weiterhin unberücksichtigt bleiben, bestehen die Verbände darauf, dass künftige Reformen kleinere Unternehmen einbeziehen müssen. Der Ausgang des Gipfels wird zeigen, ob Deutschlands Wirtschaftspolitik inklusiver wird – oder weiterhin auf den industriellen Kern fixiert bleibt.

Quelle