Wie bayerische Feldgeschworene seit 600 Jahren für klare Grundstücksgrenzen sorgen
Verena GuteWie bayerische Feldgeschworene seit 600 Jahren für klare Grundstücksgrenzen sorgen
Eine jahrhundertealte bayerische Tradition lebt bis heute weiter: die Arbeit der Feldgeschworenen. Rund 25.000 ehrenamtliche Helfer in der Region sorgen dafür, dass Grundstücksgrenzen erhalten bleiben. Ihre Aufgaben reichen fast 600 Jahre zurück und sind tief in Gemeinden wie Langenzenn verwurzelt.
Die Feldgeschworenen blicken auf eine Geschichte bis ins Jahr 1426 zurück und gelten damit als das älteste kommunale Ehrenamt Bayerns. Auf Lebenszeit berufen, legen sie einen Eid auf Ehrlichkeit, Gerechtigkeit und Verschwiegenheit ab. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Grundstücksgrenzen zu wahren und dauerhafte Markierungen zu setzen.
Im Jahr 2022 feierte der Langenzennner Ortsteil Horbach das 600-jährige Jubiläum dieser Tradition. Bei den Festlichkeiten wurde ein Granitdenkmal enthüllt – eine Spende der ortsansässigen Steinmetze Kai und Oliver Vogel. Die Veranstaltung unterstrich die anhaltende Bedeutung dieses Amtes.
Die verwandte Praxis der „Siebener“ wurde 2006 in die deutsche Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. War die Rolle früher Männer vorbehalten, sind heute auch Frauen dabei. Ihre Arbeit hilft, Streitigkeiten um Land zu vermeiden, wie Landrat Bernd Obst betont.
Die Feldgeschworenen bleiben in ganz Bayern, besonders in Franken, unverzichtbar. Ihr lebenslanges Engagement sorgt für klare Grenzen und weniger Konflikte. Dass diese Tradition bis heute Bestand hat, zeigt ihre anhaltende Relevanz im modernen Deutschland.






