Trumps Stopp für Tomahawk-Raketen reißt Abschreckungslücke in Europa auf
Verena GuteTrumps Stopp für Tomahawk-Raketen reißt Abschreckungslücke in Europa auf
Deutschlands Pläne zur Stationierung von US-Tomahawk-Marschflugkörpern sind geplatzt, nachdem der ehemalige US-Präsident Donald Trump die Entscheidung der Biden-Regierung rückgängig gemacht hat. Die Kehrtwende hat bei Verteidigungsexperten Warnungen vor einer möglichen „Abschreckungslücke“ in Europa ausgelöst. Nun drängen politische Führungskräfte auf rasche Alternativen, um die entstandene Lücke zu schließen.
Die Tomahawks sollten als Übergangslösung dienen, während Europa an eigenen präzisionsgelenkten Langstreckenwaffen arbeitete. Doch mit dem Aus für ihre Stationierung wachsen die Sorgen über die Fähigkeit des Kontinents, sich kurzfristig selbst zu verteidigen. Thomas Erndl, verteidigungspolitischer Sprecher der CSU, kritisierte das schleppende Tempo bei der Modernisierung der Bundeswehr und forderte einen „Aktionsplan 2029“, um schnell eine glaubwürdige Abschreckung aufzubauen.
Erndl rief Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) dazu auf, neue Lösungen zu prüfen – darunter auch Marschflugkörper-Technologien junger deutscher Unternehmen. Gleichzeitig betonte Siemtje Möller, stellvertretende SPD-Vorsitzende, die Dringlichkeit, die europäische Raketenproduktion zu beschleunigen. Sie verwies auf bestehende industrielle und technische Stärken in Europa als Grundlage für schnelle Fortschritte.
Möller ging noch einen Schritt weiter und schlug vor, die Zusammenarbeit mit der Ukraine – die bereits Erfahrung in der Raketenentwicklung hat – könnte den Prozess beschleunigen. Verteidigungspolitiker aus Union und SPD erhöhen nun gemeinsam den Druck auf Pistorius, umgehend einen Ersatz zu finden.
Die Absage der Tomahawk-Stationierung zwingt Europa zum Umdenken in der Sicherheitspolitik. Da technologisches Know-how und industrielle Kapazitäten bereits vorhanden sind, setzen Verantwortliche nun auf die beschleunigte Entwicklung eigener Lösungen. Die entscheidende Frage lautet: Können Deutschland und seine Partner die Abschreckungslücke noch vor 2029 schließen?






