Süddeutsche Länder fordern faire Windkraft-Chancen gegen Nord-Vorherrschaft
Freia MansSüddeutsche Länder fordern faire Windkraft-Chancen gegen Nord-Vorherrschaft
Bayern und Baden-Württemberg drängen auf Änderungen in der deutschen Windenergiepolitik. Sie fordern mehr ausgeschriebene Projekte sowie eine reservierte Kapazitätsquote für die süddeutschen Bundesländer. Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Bayern Hunderte Windräder bereit für den Bau hat, aber Schwierigkeiten hat, Verträge zu sichern.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Bundesregierung aufgefordert, sich stärker für die Windenergie im Süden einzusetzen. Er betont, der Ausbau müsse gefördert und nicht blockiert werden. Sein Bundesland verfügt über mehr als 700 genehmigte und baureife Windkraftanlagen.
Bayern und Baden-Württemberg verlangen nun Nachbesserungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Ihr Vorschlag sieht vor, 20 Prozent der ausgeschriebenen Kapazität für Süddeutschland zu reservieren. Bisher werden Windprojekte über bundesweite Ausschreibungen der Bundesnetzagentur vergeben.
Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche zeigt sich skeptisch gegenüber der Idee einer reservierten Kapazität. Ihr Ministerium bereitet bereits eine EEG-Novelle vor. Bisher haben norddeutsche Bundesländer bei den Ausschreibungen einen Vorteil, da dort die Windverhältnisse günstiger und beständiger sind.
Der Streit unterstreicht die regionalen Ungleichgewichte bei der Windenergie-Entwicklung. Die süddeutschen Länder fordern einen faireren Zugang zu Verträgen für ihre fertig geplanten Projekte. Das Ergebnis hängt von den anstehenden Verhandlungen zur EEG-Reform ab.
