Stichwahl in Wilhermsdorf: Zwei Frauen kämpfen um das Bürgermeisteramt und die Zukunft der Gemeinde
Verena GuteStichwahl in Wilhermsdorf: Zwei Frauen kämpfen um das Bürgermeisteramt und die Zukunft der Gemeinde
Wilhermsdorf wählt am 22. März 2026 in einer Stichwahl seinen nächsten Bürgermeister
Zwei Kandidatinnen – Patrizia Fierus (CSU) und Alexandra Zipfel von der Freien Wählergemeinschaft – haben ihre Visionen für die Zukunft der Gemeinde vorgestellt. Beide legen detaillierte Pläne für Infrastruktur, Kinderbetreuung und Stadtentwicklung vor, nachdem in den vergangenen Jahren stark in Bildung und Gemeinschaftseinrichtungen investiert wurde.
In den letzten fünf Jahren hat Wilhermsdorf sein Angebot an Ganztagesbetreuung und Lernräumen deutlich ausgebaut. 2023 eröffnete ein neues integriertes Kindergarten- und Lernzentrum mit Plätzen für 120 Kinder. Zudem wurden Schulen digital aufgerüstet: 50 neue Tablets und ein verbessertes Breitbandnetz wurden eingeführt. Diese Maßnahmen sind Teil einer Investition von 2,5 Millionen Euro – doppelt so viel wie in vergleichbaren Kommunen – und haben die Betreuungsquote um 15 Prozent gesteigert.
Patrizia Fierus setzt in ihrem Wahlkampf auf langfristige Projekte und Haushaltsdisziplin. Zu ihren Schwerpunkten gehören der Bau einer neuen Grundschule, die Entwicklung des Wohn- und Gewerbegebiets "West" sowie die Fertigstellung des Bürgerzentrums. Ihr Ziel ist es, Wilhermsdorf als attraktiven Wohnort zu erhalten, ohne die Kosten aus dem Blick zu verlieren.
Ihre Finanzstrategie sieht vor, klare Prioritäten zu setzen, externe Fördermittel zu akquirieren und Vorhaben über mehrere Jahre zu planen. Zudem befürwortet sie die interkommunale Zusammenarbeit, um Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Für die Innenstadt schlägt Fierus ein verkehrliches Gesamtkonzept vor, engere Kooperationen mit lokalen Unternehmen sowie finanzielle Unterstützung für Eigentümer, die ihre Gebäude modernisieren möchten.
Der Ausbau der Ganztagesbetreuung bleibt für sie ein zentrales Anliegen. Fierus will vorhandene Mittel gezielt einsetzen und die neue Grundschule als Schlüsselprojekt nutzen, um den Bedarf zu decken.
Alexandra Zipfel teilt zwar einige Ziele, setzt jedoch andere Akzente. Auch sie unterstützt den Bau der Grundschule und des Bürgerzentrums, legt aber besonderen Wert auf die Belebung der Innenstadt durch gestalterische Aufwertung und Anreize zur Nachnutzung leerstehender Gebäude. Die Stärkung der örtlichen Vereine und die Zukunftsplanung für das Hallenschwimmbad stehen ebenfalls auf ihrer Agenda.
Ihre Finanzpolitik ähnelt in Teilen der von Fierus: Auch Zipfel setzt auf Kosten-Nutzen-Analysen und maßvolles Ausgeben. Sie spricht sich ebenfalls für die Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden aus, um das Budget optimal zu nutzen. Bei der Kinderbetreuung will sie die Kapazitäten der Grundschule voll ausschöpfen und die Attraktivität der weiterführenden Schule steigern.
Kürzlich beantworteten beide Kandidatinnen vier zentrale Fragen zur Zukunft Wilhermsdorfs. Ihre Antworten zeigten übereinstimmende Ziele, aber unterschiedliche Herangehensweisen in den Bereichen Wachstum, Finanzierung und Bürgerbeteiligung.
Die Stichwahl wird entscheiden, wer die nächste Entwicklungsphase der Gemeinde prägt. Die künftige Bürgermeisterin übernimmt Verantwortung für laufende Projekte wie die Grundschule, das Bürgerzentrum und die Aufwertung der Innenstadt. Mit dem bereits eingeleiteten Ausbau der Kinderbetreuung und Infrastrukturkommt ihr die Aufgabe zu, diese Vorhaben in den kommenden Jahren umzusetzen.