17 March 2026, 02:22

Söder vs. Aiwanger: Streit um Mini-AKWs und Bayerns Energiezukunft

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Aiwanger zweifelt den Nutzen von Söders Mini-Kernreaktoren an - Söder vs. Aiwanger: Streit um Mini-AKWs und Bayerns Energiezukunft

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat den Bau eines kleinen Kernreaktors in der Region vorgeschlagen. Doch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zweifelt an der Machbarkeit von kleinen modularen Reaktoren (SMR) zur Lösung der aktuellen Energiekrise. Er argumentiert, dass Deutschland in absehbarer Zeit nicht über das nötige Know-how verfüge, um solche Reaktoren zu entwickeln.

Aiwanger lehnt die Kerntechnologie zwar nicht grundsätzlich ab, betont jedoch, dass sie keine kurzfristige Lösung darstelle. Stattdessen fordert er den Bau weiterer Gaskraftwerke – auch in Bayern –, um die Energieversorgung zu sichern. Zudem kritisierte er Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche dafür, neue Themen in die Energiedebatte einzubringen, bevor bestehende Probleme gelöst seien.

In Europa schreiten die Pläne für SMR voran, bleiben aber unsicher. Die EU strebt an, die Reaktoren bis Anfang der 2030er-Jahre in Betrieb zu nehmen, gestützt auf Investitionsgarantien in Höhe von 200 Millionen Euro. Die meisten Mitgliedstaaten verfügen jedoch über keine konkreten Zeitpläne. In Großbritannien wurde Rolls-Royce SMR als führender Entwickler ausgewählt, doch die ersten Anlagen werden frühestens Anfang der 2030er-Jahre erwartet.

Der französische Energiekonzern EDF (Nuward) überarbeitete nach technischen Rückschlägen das SMR-Design, reduzierte die Leistung von 340 Megawatt und sucht nun nach neuen Partnern. Gleichzeitig treiben Tschechien und Polen die SMR-Entwicklung voran, ohne jedoch feste Bau- oder Fertigstellungstermine zu nennen.

Aiwanger warnt, dass die anhaltenden Diskussionen über Energielösungen die Öffentlichkeit verunsichern könnten. Einen realistischen Weg, wie SMR in den nächsten zehn Jahren Deutschlands Energiebedarf decken könnten, sieht er nicht.

Bayerns Energiestrategie bleibt gespalten: Während Söder auf nukleare Innovation setzt, priorisiert Aiwanger Gaskraftwerke. Zwar investieren die EU und mehrere Länder in SMR, doch Verzögerungen und technische Hürden bleiben bestehen. Vorerst scheint die Gasinfrastruktur die bevorzugte kurzfristige Lösung für Bayern zu sein.

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