15 March 2026, 06:27

Schlachthof-Schließung in Landshut erschüttert bayerische Schweinehalter ab 2026

Eine Gruppe von Menschen verpackt Schweinefleisch in Cincinnati, Ohio, stehend und sitzend um Tische mit verschiedenen Gegenständen drumherum, mit Text unten lesend "Schweinefleischverpackung in Cincinnati."

Schlachthof-Schließung in Landshut erschüttert bayerische Schweinehalter ab 2026

Eines der größten und modernsten Schlachthöfe Bayerns wird Anfang 2026 seine Tore schließen. Die Erzeugergemeinschaft Südbayern (EG Südbayern) hat mit großer Mehrheit beschlossen, den Schlachthof in Landshut stillzulegen – eine zentrale Einrichtung der regionalen Schweinefleischbranche. Die Entscheidung fällt in eine wirtschaftlich schwierige Phase für die Schweinehaltung und wirft für rund 150 lokale Betriebe Unsicherheit auf.

Die Anlage in Landshut, die bis zu 21.000 Schweine verarbeiten kann, war lange eine Säule der bayerischen Fleischwirtschaft. Doch sinkende Nachfrage nach Schweinefleisch und Überkapazitäten an anderen Standorten zwingen nun zur Schließung. Die EG Südbayern bestätigte, dass der Betrieb mindestens bis zum Frühjahr aufrechterhalten bleibt; Mitarbeitenden werden Versetzungen ins Werk Vilshofen angeboten.

Landwirte in Niederbayern, der Region mit der höchsten Schweinedichte des Landes, sehen sich nun vor logistische Herausforderungen gestellt. Alternative Schlachthöfe in Tittmoning und Straubing können lediglich 20 Prozent beziehungsweise 10 bis 15 Prozent des Landshuter Volumens bewältigen. Das bedeutet längere Transportwege von bis zu 200 Kilometern – mit erhöhter Belastung für die Tiere und möglichen Engpässen.

Branchenexperten warnen, dass die Schließung die regionale Schweinehaltung schwer erschüttern könnte. Der Bayerische Bauernverband (BBV) fordert daher die Einrichtung eines Sonderfonds, um den Absatz bayerischen Schweinefleischs zu stärken und die lokale Wertschöpfungskette zu sichern.

Als mögliche Käufer für den Standort Landshut gelten Attenberger und Brand in Partnerschaft mit Ponnath. Westfleisch hat jedoch bereits eine Investition in die Anlage ausgeschlossen. Die Stilllegung wirft zudem Fragen zur Zukunft der ehemaligen Vion-Standorte in Waldkraiburg, Buchloe und Crailsheim auf.

Der Schlachthof Landshut bleibt noch einige Monate in Betrieb und gibt Landwirten und Beschäftigten Zeit zur Anpassung. Angesichts begrenzter Alternativen werden längere Transportrouten und höhere Kosten unvermeidbar sein. Der vom BBV vorgeschlagene Fonds soll zwar Entlastung bringen – doch die langfristigen Folgen für die bayerische Schweinehaltung bleiben ungewiss.

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