Playboy Deutschland verklagt Meta wegen Facebook-Sperre und fordert Transparenz
Rolf WendePlayboy Deutschland verklagt Meta wegen Facebook-Sperre und fordert Transparenz
Der Verlag der deutschen Playboy-Ausgabe hat rechtliche Schritte gegen Meta eingeleitet, nachdem die Facebook-Seite des Magazins dauerhaft gelöscht wurde. Die hinter der Zeitschrift stehende Kouneli Media GmbH reichte eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur ein und argumentiert, dass die Löschung erhebliche Bedenken hinsichtlich Transparenz und Pressefreiheit aufwirft.
Im Mittelpunkt des Streits steht Metas Entscheidung, die Seite wegen angeblicher Verstöße gegen die Inhaltsrichtlinien zu sperren. Der Tech-Konzern hat jedoch nicht konkretisiert, welche Beiträge genau zur Sperrung führten.
Meta deaktivierte den Facebook-Account von Playboy Deutschland Ende 2025 mit der Begründung, es seien Regeln zu "sexuell suggestivem Kontakt zwischen Erwachsenen" sowie zu "Nacktheit und sexueller Aktivität" verletzt worden. Trotz mehrfacher Nachfragen gab das Unternehmen keine detaillierten Erklärungen zu den beanstandeten Inhalten oder zum Bewertungsprozess ab.
Kouneli Media reagierte darauf mit der Beauftragung einer Münchner Kanzlei, um eine einstweilige Verfügung gegen Metas Vorgehen zu erwirken. Geschäftsführerin Myriam Karsch kritisierte das mangelnde Transparenzniveau und stellte infrage, wie große Plattformen mit journalistischen Inhalten umgehen. Der Verlag gibt an, den Konflikt im Dialog lösen zu wollen, habe jedoch keine substanzielle Antwort erhalten.
Der Medienverband Freie Presse (MVFP) unterstützte öffentlich den Rechtsstreit von Kouneli Media. Die Branchenvereinigung warnte, dass Metas Vorgehen ein gefährlicher Präzedenzfall für die Pressefreiheit sein könnte. Stand März 2026 hat die Bundesnetzagentur noch keine öffentliche Stellungnahme abgegeben oder weitere Maßnahmen aufgrund der Beschwerde ergriffen.
Der Fall bleibt ungelöst, während Kouneli Media auf eine juristische Klärung drängt. Da Meta sich weigert, die konkreten Regelverstöße zu benennen, bleiben zentrale Fragen unbeantwortet. Das Ergebnis könnte weitreichende Folgen dafür haben, wie soziale Medien künftig journalistische Inhalte regulieren.






