17 March 2026, 08:23

Oberasbachs Haushalt vor radikaler Wende: Stabilität oder Risiko?

Schwarze und weiße Stadtkarte mit einem Fluss, beschriftet mit 'Vorgeschlagenes S-Bahn-Projekt' auf der linken Seite, zeigt Straßen, Autobahnen und andere städtische Merkmale.

Oberasbachs Haushalt vor radikaler Wende: Stabilität oder Risiko?

Oberasbachs finanzielle Zukunft steht vor einem Wandel – zumindest wenn es nach den Plänen der lokalen Führung geht. Marco Haas von der CSU schlägt eine grundlegende Umstrukturierung des städtischen Haushalts vor, um die langfristige Stabilität zu sichern. Seine Vorschläge kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Stadt zwar einen leichten Überschuss hält, aber steigende Kosten und wachsende Infrastrukturansprüche den Druck erhöhen.

Doch nicht alle sind von diesem Kurs überzeugt. Thomas Diebenbusch von den Grünen/Freien Wählern befürwortet zwar einen Konsolidierungskurs, warnt jedoch vor überstürzten Entscheidungen bei städtischen Grundstücken und Bauprojekten.

In den vergangenen fünf Jahren blieb die finanzielle Lage Oberasbachs stabil. Steuereinnahmen aus lokalen Betrieben und die Gewerbesteuer hielten die Haushalte im Gleichgewicht, mit kleinen Überschüssen in den meisten Jahren. Dennoch stiegen die Ausgaben – insbesondere für Schulmodernisierungen wie die 2,5-Millionen-Euro-Sanierung im Jahr 2023 – sowie die Personalkosten nach der Pandemie.

Haas will die Ausgabenpolitik der Stadt neu ausrichten. Seine Prioritäten liegen auf der ganztägigen Kinderbetreuung, moderner Infrastruktur und dem Erhalt bestehender Einrichtungen. Zudem plant er eine digitale Einkaufsplattform, um lokale Unternehmen zu stärken und neue anzulocken. Um langfristig Kosten zu sparen, setzt er auf die Digitalisierung der Verwaltung und eine engere Zusammenarbeit mit Nachbarcommunes.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Flächenentwicklung. Haas schlägt vor, die städtische Wohnungsbaugesellschaft (WBG) für die Bebauung kommunaler Grundstücke zu nutzen, um das Wachstum zu steuern und gleichzeitig Einnahmen zu generieren. Diebenbusch hingegen lehnt den Verkauf aller verfügbaren Grundstücke ab. Er plädiert dafür, dass nur ausgewählte Flächen von der WBG entwickelt werden sollten – angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen.

Diebenbusch betont zudem ein besseres Projektmanagement, um Kostenüberschreitungen bei Bauvorhaben zu vermeiden. Er fordert, dass Generalunternehmer große Projekte übernehmen und die Mittel effizienter eingesetzt werden. Für die Wirtschaft schlägt er gezielte Gespräche vor, um Bedürfnisse und Wachstumschancen der Unternehmen zu ermitteln.

Einig sind sich beide darin, dass Oberasbach seine Investitionen klug steuern muss. Haas pocht auf eine strategische Planung im Tief- und Infrastrukturbau, um Projekte bezahlbar zu halten. Diebenbusch unterstützt dies, warnt jedoch, dass ohne strenge Kontrolle die Kosten aus dem Ruder laufen könnten.

Nun steht die Stadt vor der Entscheidung, wie sie Wachstum und Ausgaben in Einklang bringen will. Haas' Umstrukturierungspläne zielen darauf ab, die Finanzen zu festigen und gleichzeitig Services sowie Infrastruktur auszubauen. Diebenbuschs Fokus auf kontrollierte Entwicklung und Haushaltsdisziplin bietet einen alternativen Weg.

Bei stabilen Steuereinnahmen, aber wachsenden Anforderungen wird sich in den nächsten Schritten zeigen, ob die Stadt ihren Überschuss halten kann – oder ob härtere finanzielle Weichenstellungen bevorstehen.

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