Neues EU-Grenzkontrollsystem EES startet mit Biometrie statt Passstempeln
Freia MansNeues EU-Grenzkontrollsystem EES startet mit Biometrie statt Passstempeln
Ein neues digitales Grenzkontrollsystem erfasst nun Reisende, die in den Schengen-Raum ein- und ausreisen. Das Einreise-/Ausreisesystem (EES) ersetzt die bisherigen manuellen Passstempel durch Echtzeit-Biometriechecks. Behörden zufolge soll es die Grenzen sicherer machen, ohne den Reiseverkehr innerhalb der Zone zu behindern.
Das EES sammelt Fingerabdrücke, Gesichtsbilder und Passdaten von Nicht-EU-Bürgern. Diese Informationen werden in einer zentralen EU-Datenbank gespeichert, um Identitäten zu überprüfen und illegale Überaufenthalte zu erkennen. Die Behörden erwarten, dass das System Betrug reduziert und die Visabestimmungen wirksamer durchsetzt.
Die Flughäfen Nürnberg und Memmingen verzeichnen gemeinsam über drei Millionen Schengen-Grenzübertritte pro Jahr. Angesichts steigender Passagierzahlen – Nürnberg verzeichnete 2025 mit 4,5 Millionen Reisenden einen Rekord – soll das System den wachsenden Verkehrsaufkommen ohne Verzögerungen gerecht werden. Bayerns Innenminister betonte seine Bedeutung für die Migrationskontrolle und bezeichnete es als zentrales Instrument neben verschärften Landgrenzenkontrollen.
Das System wurde Ende 2024 teilweise getestet und soll in diesem Jahr voll funktionsfähig sein. Da das EES 2023 noch nicht aktiv war, liegen für dieses Jahr keine Daten vor. Mit der vollständigen Einführung markiert es den Übergang von Papierakten zu einer automatisierten Grenzkontrolle in allen Schengen-Staaten.
Das EES ist nun für Drittstaatsangehörige an Flug-, Land- und Seegrenzen verpflichtend. Es ersetzt gestempelte Pässe durch digitale Aufzeichnungen und macht Identitätsprüfungen schneller und zuverlässiger. Die Schengen-Länder nutzen das System, um Sicherheit mit dem Prinzip des freien inneren Reiseverkehrs in Einklang zu bringen.