Neue Agrarregeln 2026: Mehr Flexibilität für Landwirte bei Grünland und Fruchtfolgen
Bayram JohannNeue Agrarregeln 2026: Mehr Flexibilität für Landwirte bei Grünland und Fruchtfolgen
Deutsche Landwirte müssen ab 2026 mit weniger Einschränkungen bei der Grünlandbewirtschaftung und Fruchtfolgen rechnen. Bund und Länder haben sich auf zentrale Änderungen der Agrarregeln verständigt, um vor der Düngesaison 2027 klarere Vorgaben zu schaffen. Einige Maßnahmen – wie Ausnahmen für kleinere Betriebe und verlängerte Umstellungsfristen – gelten rückwirkend.
Ab dem 1. Januar 2026 entfällt für Landwirte die Pflicht, Dauergünland oder Kleegrasflächen umzubrechen, sofern die Flächen im Mehrfachantragssystem als Ackerland gemeldet waren. Zudem wird die bisherige fünfjährige Umstellungsfrist für solche Flächen auf sieben Jahre verlängert, was den Betrieben mehr Zeit für Anpassungen gibt.
Kleinere Betriebe unter 30 Hektar sind künftig von den Kontrollen und Sanktionen zur Fruchtfolge nach GLÖZ 7 befreit – eine Regelung, die rückwirkend gilt. Ökobetriebe sind bereits seit Jahresbeginn von mehreren GLÖZ-Anforderungen ausgenommen, darunter den Punkten 1, 3, 4, 5, 6 und 7.
Im Pflanzenschutz darf Brachland nach GLÖZ 6 nun zur Bekämpfung von Schädlingen wie der Schilf-Glasflügelzikade genutzt werden. Für diese Maßnahme müssen Landwirte keine gesonderten Anträge mehr stellen.
Unterdessen gibt es Streit über Fördermittel für die Modernisierung von Tierställen, die der Tierwohlverbesserung dienen sollen. Ein Vorschlag Niedersachsens, die Milchmenge freiwillig und ohne Ausgleich zu reduzieren, fand keine Mehrheit.
Auf Landesebene lehnen mehrere deutsche Bundesländer seit März 2026 die EU-Naturwiederherstellungsverordnung ab. Sie fordern unter anderem Ausnahmen für Agrarflächen, flexible Umsetzungsfristen und mehr EU-Fördergelder. Die genauen Positionen und gemeinsamen Forderungen variieren jedoch je nach Bundesland; Verhandlungen mit der EU-Kommission laufen noch.
Eine hochrangige Arbeitsgruppe bereitet derzeit eine Düngestrategie vor, die auf der Herbsttagung der Agrarministerkonferenz Ende September vorgestellt werden soll.
Die neuen Regeln sollen Landwirten die Einhaltung der Vorschriften erleichtern und gleichzeitig ökologische sowie betriebliche Belange berücksichtigen. Die Behörden hoffen, damit vor Beginn der Düngesaison 2027 Rechtssicherheit zu schaffen. In den kommenden Monaten werden weitere Diskussionen über EU-Regularien und Fördermittel erwartet.






