Meta muss 100.000 Euro zahlen: Löschung von Kriegsverbrechensvorwürfen gegen Soldaten verzögert
Rolf WendeMeta muss 100.000 Euro zahlen: Löschung von Kriegsverbrechensvorwürfen gegen Soldaten verzögert
Meta zu 100.000 Euro Strafe verurteilt: Verspätete Löschung falscher Kriegsverbrechensvorwürfe gegen Soldaten
Ein deutsches Gericht hat den Tech-Konzern Meta zu einer Strafe von 100.000 Euro verurteilt, weil das Unternehmen falsche Vorwürfe gegen einen in Gaza stationierten Soldaten nicht rechtzeitig von seinen Plattformen entfernte. Die Beiträge, in denen dem Mann fälschlich Kriegsverbrechen vorgeworfen wurden, blieben mehr als zwei Wochen online – obwohl bereits eine gerichtliche Löschanordnung vorlag. Das Urteil unterstreicht die schwerwiegenden Folgen solcher Verzögerungen für die betroffenen Personen.
Ausgangspunkt des Falls waren falsche Behauptungen über den Soldaten, die Anfang 2026 auf Facebook veröffentlicht wurden. Dort wurden sein vollständiger Name und sein Foto zusammen mit den Vorwürfen gezeigt, woraufhin der Betroffene rechtliche Schritte einleitete. Am 23. März 2026 ordnete die Presskammer des Landgerichts Frankfurt an, die Inhalte umgehend zu löschen.
Meta kam dieser Anweisung jedoch nicht nach. Die Beiträge blieben bis zum 8. und 10. April 2026 – also 15 bis 17 Tage später – abrufbar. Das Gericht wertete diese Verzögerung als besonders schwerwiegend, angesichts der Schwere der falschen Anschuldigungen und der öffentlichen Bloßstellung des Soldaten durch die Nennung seines Namens und Bildes.
Zur Verteidigung führte Meta interne Verzögerungen an, darunter Sprachbarrieren. Doch das Gericht urteilte, dass diese Erklärungen die Schuld des Unternehmens eher verschärften als zu entschuldigen. Die Richter betonten die systemische Nachlässigkeit des Konzerns und den dauerhaften Schaden, der durch die unterbliebene Löschung diffamierender Inhalte entstanden sei. Die Strafe in Höhe von 100.000 Euro wurde am 28. Mai 2026 verhängt; Meta hat zwei Wochen Zeit, um Berufung einzulegen.
Die Entscheidung des Gerichts macht deutlich, wie wichtig es ist, dass Plattformen Löschanordnungen unverzüglich umsetzen. Metas Versäumnis, die Beiträge zeitnah zu entfernen, führte zu einer empfindlichen Strafe. Das Urteil bestätigt zudem, dass zögerliches Vorgehen gegen schädliche Inhalte erhebliche finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen kann.






