Kölner Karnevalsvereine retten mittelalterliche Stadtmauer vor dem Verfall
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Teile der mittelalterlichen Stadtmauer Kölns haben unter der Obhut örtlicher Karnevalsvereine ein neues Leben erhalten. Diese Gruppen haben historische Tore und Türme restauriert und sie zu ganzjährigen Treffpunkten für Feierlichkeiten umgestaltet. Die Tradition verbindet Denkmalschutz mit dem berühmten Kölner Karnevalsgeist.
Drei der noch erhaltenen mittelalterlichen Stadttore – das Hahnentor, das Severinstor und das Rudolfplatz-Tor – gehören heute Karnevalsgesellschaften. Die Vereine erwarben sie im Rahmen des Erbbaurechts, was ihre Instandhaltung sichert und ihnen gleichzeitig als Veranstaltungsorte dient. Das Hahnentor, eines von nur noch vier verbliebenen Toren, ist die Heimat der Kölner EhrenGarde, eines 1902 gegründeten Korps, das sich als zeremonieller Begleitschutz für die symbolischen Karnevalsfiguren "Bauer und Jungfrau" versteht.
Die Roten Funken haben sich in der Ulrepforte eingerichtet, einem Turm mit Wall und Festsaal. Sie sehen sich als Nachfolger der Kölner StadtSoldaten des 17. bis 19. Jahrhunderts. Eine lebensgroße Bronzestatue eines Funkens steht vor ihrem Ladenlokal und "spricht" sogar über ihre Website. Ganz in der Nähe versammeln sich die Blauen Funken in einem ummauerten Bereich, der mit ihrer Fahne markiert ist. Ihre langjährige Rivalität mit den Roten umfasst auch Streitigkeiten darüber, wer den Rosenmontagszug anführt.
Im Süden der Stadt trifft sich die Prinzen-Garde Köln 1906 in einem Turm mit dem Spitznamen Mählsack (Mehlsäcke). Wie die anderen Vereine pflegen sie ihren Abschnitt der Mauer und veranstalten das ganze Jahr über Karnevalsaktivitäten.
Durch die Übernahme dieser historischen Bauwerke haben die Vereine das mittelalterliche Erbe Kölns bewahrt. Ihr Engagement hält die Stadtmauer nicht nur instand, sondern verankert die Karnevalstraditionen tief in ihren Steinen. Die Tore und Türme dienen heute sowohl als Wahrzeichen als auch als lebendige Zentren der Kölner Festkultur.






