07 April 2026, 22:26

Katzenkrise im Ostallgäu: Tierschützer kämpfen gegen explodierende Streunerpopulationen

Plakat für einen Zoo in München mit Bildern einer Leopardin und einer Hauskatze und Text mit Zoo-Informationen.

Katzenkrise im Ostallgäu: Tierschützer kämpfen gegen explodierende Streunerpopulationen

Im Landkreis Ostallgäu in Bayern spitzt sich die Krise um herrenlose Katzen dramatisch zu. Örtliche Tierschutzvereine kommen kaum noch nach, da die Zahl ausgesetzter und verwilderter Tiere rasant steigt. Allein in diesem Jahr hat der Tierschutzverein Marktoberdorf Dutzende trächtige Streunerinnen und hilfsbedürftige Katzenwelpen aufgenommen, die dringend versorgt werden müssen.

Die Situation im Ostallgäu – einem der wenigen bayerischen Landkreise ohne generelle Kastrationspflicht für freilaufende Katzen – hat ein bisher unbekanntes Ausmaß erreicht. Eine einzige unkastrierte Katze kann pro Jahr bis zu 50 Nachkommen zeugen, während unkastrierte Kater riesige Reviere von bis zu 60 Hektar durchstreifen. Ohne Gegenmaßnahmen wachsen die verwilderten Populationen ungebremst weiter.

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Bisher hat der Marktoberdorfer Verein in diesem Jahr über 130 Katzen kastrieren lassen. Dennoch versorgt er aktuell mehr als 80 Welpen und 17 trächtige Streunerinnen. Die steigenden Kosten für tierärztliche Behandlungen, Futter und Personal belasten die finanziellen Ressourcen enorm – Spenden aus der Bevölkerung sind daher unverzichtbar.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz drängt auf eine verbindliche Kastrationspflicht. Bevor jedoch eine entsprechende Verordnung in Kraft treten kann, muss der Landkreis Ostallgäu zunächst eigene Maßnahmen zur Eindämmung der Fortpflanzung verwilderter Katzen umsetzen. Der Verein ruft die Bevölkerung weiterhin dazu auf, die Arbeit durch Spenden unter www.thmod.de zu unterstützen.

Ohne strengere Regelungen zeigt die Krise keine Anzeichen einer Entspannung. Ob der Verein die Lage in den Griff bekommt, hängt sowohl von der öffentlichen Unterstützung als auch von möglichen politischen Weichenstellungen ab. Bis dahin wird die Zahl der herrenlosen und ausgesetzten Katzen im Ostallgäu voraussichtlich weiter steigen.

Quelle