Kaffeepreise explodieren: Warum der Morgenkaffee plötzlich Luxus ist
Bayram JohannKaffeepreise explodieren: Warum der Morgenkaffee plötzlich Luxus ist
Die Kaffeepreise sind auf beispiellose Höhen geklettert – die Terminkontrakte für Arabica-Bohnen erreichten an der New Yorker Warenbörse einen neuen Rekord. Der steile Anstieg folgt auf monatelang steigende Kosten, die die Einzelhandelspreise weit über das Niveau des Vorjahres getrieben haben. Verbraucher müssen nun deutlich tiefer in die Tasche greifen für ihren morgendlichen Kaffee, da Dürren und schlechte Ernten das globale Angebot verknappen.
Anfang 2023 kostete ein Kilogramm Handelsmarken-Kaffeebohnen noch unter 8 Euro, gemahlener Röstkaffee lag bei unter 4 Euro. Heute werden für dieselben Produkte zwischen 11,99 und 12,99 Euro pro Kilogramm fällig, während 500 Gramm gemahlener Kaffee ab 5,49 Euro beginnen. Der Preisschub spiegelt die allgemeine Teuerung bei Lebensmitteln wider – allein in Deutschland sind die Preise seit 2020 um etwa 37 Prozent gestiegen.
Als Reaktion auf die steigenden Kosten senkte die Discountkette Lidl kürzlich die Preise für 13 Sorten ihrer Bellarom-Kaffeeserie. Konkurrenzunternehmen wie Aldi, Edeka und Rewe zogen mit Rabatten auf ihre Eigenmarken nach. Im Schnitt ist Handelsmarken-Kaffee nun 7 Prozent günstiger als vor den Preissenkungen.
Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert die Preissenkungen jedoch als irreführend. Nur eine Handvoll Produkte seien dauerhaft verbilligt worden, während viele Käufer weiterhin überteuerte Preise zahlen müssten. Gleichzeitig kämpfen Premium-Kaffeemarken mit sinkenden Absätzen, da preisbewusste Verbraucher zu günstigeren Handelsmarken wechseln.
Die Preissenkungen bringen zwar etwas Entlastung, doch Kaffee bleibt deutlich teurer als in den Vorjahren. Supermärkte passen ihre Preispolitik weiterhin an, während die globalen Lieferengpässe anhalten. Für Verbraucher bedeutet das: Selbst reduzierte Angebote kosten deutlich mehr als noch vor einiger Zeit.






