18 April 2026, 14:30

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit System

Schwarze und weiße Visitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, located at No. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit System

Der Komiker Joe Lycett hat aus Protest seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – ein kühner Schritt, der auf jahrelange Kontroversen um die aggressive Durchsetzung der Markenrechte durch den Modekonzern folgt. Kleine Unternehmen und gemeinnützige Organisationen sahen sich mit kostspieligen juristischen Drohungen konfrontiert, nur weil sie das Wort "BOSS" in ihren Namen verwendeten.

Das Modeunternehmen Hugo Boss, 1924 gegründet, hat eine lange Geschichte der Verteidigung seines Markennamens. Mit einem Umsatz von über 2,3 Milliarden Pfund in 439 Filialen weltweit und mehr als 14.000 Mitarbeitenden in 127 Ländern ist der Konzern ein Global Player. Doch seine juristischen Schritte sorgten immer wieder für Kritik – besonders, als die Brauerei Boss Brewing aus Swansea ins Visier geriet. Das kleine Unternehmen musste rund 10.000 Pfund für Umbenennung und Anwaltskosten aufbringen, nachdem es eine Abmahnung erhalten hatte.

Auch die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss, die ihren Namen als Marke eintragen lassen wollte, erhielt eine juristische Warnung. Solche Fälle sind Teil eines Musters, bei dem Hugo Boss wiederholt gegen kleinere Organisationen wegen der Nutzung des Begriffs "BOSS" vorgeht. Die Firmengeschichte umfasst zudem die Produktion von SS-Uniformen für die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs unter Einsatz von Zwangsarbeitern – ein Kapitel, für das sich das Unternehmen 2011 offiziell entschuldigte.

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Lycetts Namensänderung ist eine direkte Reaktion auf diese Vorfälle. Er kündigte an, als Hugo Boss in seiner Verbrauchersendung Got Your Back ein neues Produkt vorzustellen – und betonte im Gegensatz zum Modekonzern, selbst nie Nazi-Uniformen hergestellt zu haben.

Der Schritt wirft erneut die Frage nach dem Spannungsfeld zwischen markenrechtlichem Schutz und dessen Auswirkungen auf kleinere Akteure auf. Lycetts Protest rückt die Geschichte und juristischen Methoden von Hugo Boss zurück in den Fokus. Bisher hat sich der Modekonzern nicht zu der Aktion des Komikers geäußert.

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