IAA München: Warum die "Mobilitätsrevolution" nur ein Autogeschäft bleibt
Rolf WendeIAA München: Warum die "Mobilitätsrevolution" nur ein Autogeschäft bleibt
Die IAA in München hat als erste große Messe seit den jüngsten Umbrüchen der Branche ihre Tore geöffnet. Obwohl die Veranstalter den Fokus auf „Mobilität“ legen, werfen Kritiker dem Salon vor, Nachhaltigkeit kaum zu berücksichtigen. Unterdessen bleibt Deutschlands Autofixierung ungebrochen: Bundesweit sind 49,3 Millionen Pkw zugelassen – mehr denn je.
Die Automobilindustrie setzt weiterhin auf Neuzulassungen und Leasing als oberste Priorität. Umweltfragen sind seit dem Neustart der Messe in den Hintergrund gerückt. Ein Beobachter merkte sarkastisch an, sein Auto fahre auch ohne Wald einwandfrei – ein treffender Kommentar zur Kluft zwischen dem „Mobilitäts“-Motto der IAA und echten Nachhaltigkeitsbemühungen.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat bereits einen „Zehn-Punkte-Plan zur Rettung des Autos“ vorgeschlagen – ein Zeichen für die Nervosität über die Zukunft der Branche. Doch die Haltung der Bevölkerung bleibt unverändert: 85 Prozent der Deutschen können sich laut Umfragen ein Leben ohne Auto in den nächsten zehn Jahren nicht vorstellen.
Während Autos Jahr für Jahr mit neuer Technik aufwarten, stagnieren Bahnnetze und Bahnhöfe. Dieser Kontrast zeigt, wo Investitionen – und politisches Interesse – tatsächlich fließen. Die IAA setzt weiter auf das Auto, nicht auf ganzheitliche Verkehrslösungen. Mit fast 50 Millionen Fahrzeugen auf den Straßen und kaum Bereitschaft zum Verzicht scheint die Richtung der Branche vorgezeichnet. Die „Mobilitätsrevolution“ bleibt vorerst vor allem eins: ein Geschäfte mit Autos – und weniger ein Umdenken darüber, wie Menschen sich fortbewegen.






