28 June 2026, 14:19

Humboldt Forum feiert fünf Jahre zwischen Glanz und kolonialer Kritik

Humboldt Forum feiert 5. Geburtstag

Humboldt Forum feiert fünf Jahre zwischen Glanz und kolonialer Kritik

Fünf Jahre Humboldt Forum: Zwischen Selbstie-Tourismus und kolonialer Aufarbeitung

Das Humboldt Forum hat sein fünfjähriges Bestehen gefeiert. Unter der markanten Kuppel mit Kreuz erstreckt sich ein Kulturkomplex, der das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst beherbergt. Die jährliche Besucherzahl umfasst zwar viele, die nur für ein Selfie im Innenhof haltmachen – die tatsächliche Zahl der Ausstellunggäste liegt jedoch bei rund 634.000.

Noch bevor die Türen sich öffneten, löste das Forum Debatten über Raubkunst, Restitution und koloniale Gewalt aus. Diese Diskussionen prägten seinen Ruf von Anfang an.

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Das kulturelle Programm ist vielfältig: vom mexikanischen Día de los Muertos bis hin zu Diskussionsrunden über globale Themen. Dennoch bleibt der Großteil der Besucher:innen Tourist:innen – trotz der hochwertigen Angebote. Sarah Ama Duahs Performance to build to bury to remember fordert mit ihrer Darstellung von Objekten als autonomen Körpern die Perspektive heraus und widersteht so dem kolonialen Blick.

Eine geplante Veranstaltung widmet sich einem Fluss im Süden Brasiliens, der unter einem Einkaufszentrum verschwand, um später als Monument im Forum wieder aufzutauchen. Kritiker:innen werfen dem Ort jedoch vor, er wirke abgehoben von der Stadt – zu monumental im Design, mit zu wenig Raum für Reflexion in der Umgebung. Manche sehen darin weniger einen öffentlichen Ort als vielmehr einen Palast, der zu sehr mit dem Kolonialismus verbunden ist.

Zum Vergleich: Der Louvre verzeichnet etwa dreizehnmal mehr Besucher als das Humboldt Forum an Ausstellunggästen. Dennoch bleibt dessen Rolle in kulturellen und historischen Debatten bedeutend. Seine Herausforderungen und sein Programm sorgen weiterhin für Aufmerksamkeit – auch wenn die Diskussion über seinen Auftrag anhält.

Quelle