20 March 2026, 14:23

Großübung in Dachau testet Deutschlands Krisenreaktion auf hybride Angriffe

Soldaten in Uniform und Helmen steigen aus einem Flugzeug und halten Gewehre.

Großübung in Dachau testet Deutschlands Krisenreaktion auf hybride Angriffe

Großübung auf dem Gelände der bayerischen Bereitschaftspolizei in Dachau

Diese Woche fand auf dem Übungsgelände der bayerischen Bereitschaftspolizei in Dachau eine großangelegte Notfallübung statt. Das Szenario simulierte einen gewaltsamen Angriff auf ein Rüstungs- und Technologie-Start-up, begleitet von einer Blockade eines Bundeswehr-Konvois und einem Drohnenangriff. Über 300 Einsatzkräfte von Polizei, Militär und Feuerwehr waren an der Übung beteiligt.

Die Übung war Teil des deutschen GETEX-Programms, das die Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Kräften in Krisensituationen testet. Die Organisatoren wollten damit die Notfallreaktionen optimieren – vor allem angesichts wachsender Sorgen vor hybriden Kriegsbedrohungen.

Die Münchner Polizeidirektion leitete die Operation und entwarf ein komplexes Szenario, das die Teilnehmer an ihre Grenzen bringen sollte. Neben einem simulierten Angriff auf ein Drohnen-Start-up wurde ein Hinterhalt auf einen Bundeswehr-Konvoi inszeniert. Die Übung zwang die Einsatzkräfte, gleichzeitig mehrere Bedrohungen zu bewältigen.

Spezialeinheiten wie das SEK, die Bereitschaftspolizei und die Feldjäger arbeiteten Hand in Hand mit Feuerwehrleuten und Rettungskräften. Besonders im Fokus stand die Koordination – so führte das SEK eine riskante Festnahme eines simulierten Angreifers durch. Beobachter lobten die reibungslose Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Teams.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) besuchte die Übung und betonte anschließend die Notwendigkeit erhöhter Bereitschaft. Angesichts der sich verschärfenden globalen Spannungen sei eine bessere Vorbereitung unerlässlich, so Herrmann. Die Übung griff auch Lehren aus einem realen Vorfall in Erding im Oktober vergangenen Jahres auf, bei dem ein tatsächlicher Angriff zunächst für eine Übung gehalten worden war.

Die GETEX-Übungen finden seit 2017 jährlich statt und umfassen alle 16 Bundesländer. Während die Hauptübung in diesem Jahr in Schleswig-Holstein stattfand, organisierten einzelne Regionen wie Bayern eigene ergänzende Szenarien. Die Dachauer Übung verlief ohne Zwischenfälle und festigte die Abläufe für künftige Krisenfälle.

Ein zentrales Ergebnis der Übung war die Bedeutung klarer Kommunikation zwischen den Einsatzkräften. Herrmann lobte die sich verbesserte Zusammenarbeit von Polizei, Militär und Rettungsdiensten. Künftige Übungen sollen die Fähigkeit Deutschlands weiter prüfen, auf hybride Bedrohungen und großflächige Angriffe zu reagieren.

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