Gestohlener Bierkrug nach 48 Jahren zurückgegeben – mit Gewissensgeld
Ein Tourist hat einen Bierkrug zurückgegeben, den er vor fast 50 Jahren aus dem Münchner Hofbräuhaus gestohlen hatte. Der Mann nahm den Krug 1976 mit, schickte ihn nun aber mit einem Brief und 20 Euro als verspätete Bezahlung zurück. Die berühmte Bierhalle bestätigte diese ungewöhnliche Rückgabe in dieser Woche.
Der englischsprachige Besucher gestand in seinem Schreiben, den Krug damals "versehentlich" mitgenommen zu haben. Er erklärte, er habe stets gewusst, dass er ihn nie bezahlt habe. Zusammen mit dem Krug legte er 20 Euro bei, um die Kosten nach all den Jahren zu begleichen.
Das Hofbräuhaus erfasst nicht, wie viele Krüge jährlich verschwinden. Allerdings erhalten sie etwa drei- bis viermal pro Jahr ähnliche Briefe oder zurückgeschickte Krüge. 2020 hatte eine Amerikanerin einen gestohlenen Krug an die Bierhalle Platzl zurückgesandt – nach 55 Jahren in ihrem Besitz.
In den vergangenen fünf Jahren (2021–2026) stellte sich heraus, dass keiner der zurückgegebenen oder entschädigten Krüge ein Original war. Alle erwiesen sich als Fälschungen, und Erstattungen erfolgten ohne Rückgabe echter Krüge. Die 20 Euro aus dem aktuellen Fall werden nun an die Initiative Bunte Münchner Kindl gespendet, die bedürftige Kinder unterstützt.
Das Hofbräuhaus hat den zurückgegebenen Krug und die Zahlung des Touristen angenommen. Zwar bleibt die Echtheit des Kruges unbestätigt, doch die Spende kommt einem lokalen Kinderhilfsprojekt zugute. Solche Fälle zeigen die langjährige Tradition – und gelegentliche Gewissensbisse – von Besuchern, die sich Souvenirs aus Münchens ikonischen Bierhallen mitnehmen.