Gericht zwingt TikTok zu transparenterer Oberfläche und einfacheren Meldefunktionen
Verena GuteVerbraucherzentrale: Gericht ordnet Änderungen für TikTok an - Gericht zwingt TikTok zu transparenterer Oberfläche und einfacheren Meldefunktionen
Ein bayerisches Gericht hat TikTok nach einer Klage von Verbraucherschützern dazu verpflichtet, seine Benutzeroberfläche zu ändern. Das Oberlandesgericht Bamberg urteilte, dass das Empfehlungssystem der Plattform sowie die Meldefunktionen für Nutzer zu schwer auffindbar und bedienbar seien. Die Entscheidung unterstreicht anhaltende Bedenken hinsichtlich Transparenz und Barrierefreiheit in der App.
Gegenstand der Klage war vor allem der algorithmusgesteuerte Videovorschlag von TikTok, der automatisch persönliche Nutzerdaten auswertet. Verbraucherschützer kritisierten, dass das System intransparente Abläufe aufweise und Nutzerinnen und Nutzern keine einfache Möglichkeit biete, personalisierte Inhalte abzulehnen. Das Gericht gab dieser Argumentation statt und stellte fest, dass Nutzer datenbasierte Empfehlungen ohne Umstände deaktivieren können müssen.
Zudem übt das Urteil Kritik an TikToks Verfahren zur Meldung illegaler Inhalte. Der entsprechende Meldeweg war in einem Dropdown-Menü versteckt und für Nutzer nur schwer ausfindig zu machen. Nach dem Digital Services Act (DSA) müssen jedoch zentrale Funktionen wie diese leicht zugänglich und nutzbar sein – eine Vorgabe, die TikTok wiederholt missachtet hatte.
Das Bamberger Gericht verfügte nun, dass die Plattform ihre Einstellungen so umgestalten muss, dass die Steuerung der Empfehlungen sowie die Meldeoptionen deutlich sichtbar sind. Nutzer müssen zudem die Wahl haben, nicht-personalisierte Inhalte zu erhalten – eine Funktion, die bisher in der App verborgen war. Bis März 2026 hat TikTok noch nicht öffentlich dargelegt, wie es diese Änderungen umsetzen wird, und sich auch nicht zum Urteil geäußert.
Die Gerichtsentscheidung zwingt TikTok, seine Oberfläche an die Transparenzvorgaben anzupassen. Nutzer erhalten künftig klareren Zugang zu den Einstellungen für Empfehlungen und Meldefunktionen. Das Urteil stärkt die Forderung des DSA nach einfachen, nutzerfreundlichen Steuerungsmöglichkeiten auf digitalen Plattformen.






