Gericht bestätigt umstrittene Rehkitze-Abschussquote trotz Pächter-Proteste
Freia MansGericht bestätigt umstrittene Rehkitze-Abschussquote trotz Pächter-Proteste
Ein Rechtsstreit ist über die Abschussquote für Rehkitze in einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk entbrannt. Der Pächter, der das Jagdrevier verwaltet, stellt die Entscheidung des Landkreises infrage, die vorgesehene Zahl um 20 Prozent zu erhöhen. Nun hat das Gericht entschieden, ob die höhere Quote gerechtfertigt war.
Der Konflikt begann, als das Landratsamt die Abschussquote für den Zeitraum 2019/2020/2021 auf 72 Tiere festsetzte – ein Anstieg um 20 Prozent gegenüber dem vom Pächter vorgeschlagenen Wert von 60 Rehen. Der Pächter argumentierte, die höhere Zahl sei nicht ausreichend begründet, und zog vor Gericht.
In seiner Prüfung untersuchte das Gericht, ob die Jagdbehörde rechtmäßig gehandelt hatte. Bei der Festlegung von Abschussplänen müssen verschiedene öffentliche und private Interessen abgewogen werden. Zwar hielt der Pächter die Quote für überzogen, doch das Gericht sah keine Mängel in den Erkenntnissen der Kreisverwaltung zum Zeitpunkt der Planung.
Forstliche Gutachten spielten eine zentrale Rolle im Verfahren. Eine Bewertung der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) aus dem Jahr 2021 bescheinigte, dass Verbiss durch Rehe die natürliche Verjüngung des Waldes nicht wesentlich beeinträchtige. Bis 2025 hatten dieselben Behörden den Verbissdruck jedoch von "mäßig" auf "stark" hochgestuft – insbesondere bei jungen Eichen und Buchen. Trotz dieser Entwicklung konnte eine zusätzliche Prüfung durch den Revierförster nicht nachweisen, dass eine natürliche Verjüngung unmöglich sei.
Letztlich urteilte das Gericht, die Entscheidung der Jagdbehörde sei rechtmäßig. Die Rechte des Pächters seien nicht verletzt worden, und die höhere Quote bleibe bestehen.
Das Urteil bestätigt die Befugnis des Landkreises, Abschussziele auf Basis der vorliegenden Erkenntnisse festzulegen. Der Pächter muss die Quote von 72 Rehen nun umsetzen – trotz seiner Bedenken. Forstliche Begutachtungen werden den Verbissdruck auch in den kommenden Jahren weiter überwachen.






