Söder sieht keine Bedrohung für die EVP-Feuersperre gegen die AfD nach Chat-Kontroverse - Geheime EVP-AfD-Chats enthüllen brisante Absprachen im EU-Parlament
Ein geleakter Chatverlauf hat geheime Absprachen zwischen der Europäischen Volkspartei (EVP) und der rechtsextremen AfD im Europäischen Parlament aufgedeckt. Die ausgetauschten Nachrichten, in denen es unter anderem um Migrationspolitik und gemeinsame Abstimmungen ging, haben scharfe Kritik ausgelöst. CSU-Chef Markus Söder nannte den Vorfall "ziefst beunruhigend" und forderte von EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber Aufklärung.
Die veröffentlichten Chats zeigen, wie EVP-Mitglieder mit der AfD und anderen rechtspopulistischen Gruppen an einem Migrationsvorschlag arbeiteten. Darin enthalten waren Pläne für Abschiebungen in sogenannte "Rückkehrzentren" außerhalb der EU. Später, Ende 2025, stimmte die EVP gemeinsam mit rechtspopulistischen Kräften für die Auslagerung von Asylverfahren, die Abschwächung von Lieferkettengesetzen und die Verschiebung von Entwaldungsregeln.
Markus Söder nahm zu den Enthüllungen Stellung und verwies auf eine Erklärung Manfred Webers, der beteuerte, von der Chatgruppe nichts gewusst zu haben. Weber schob die Gespräche einzelnen Mitarbeitenden zu und bestritt, dass es sich um offizielle Parteilinie handele. Söder bestätigte, Weber habe strengere Kontrollen zugesagt, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern.
Trotz der Aufregung betonte Söder, dass die langjährige "Brandmauer" von CDU und CSU gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD weiterhin bestehe.
Die Enthüllungen setzen die EVP unter Druck, ihre Haltung zum Umgang mit rechtsextremen Parteien zu klären. Webers Zusagen an Söder deuten auf verschärfte interne Regeln hin. Vorerst lehnen CDU und CSU jede formelle Kooperation mit der AfD weiterhin ab.