17 June 2026, 19:39

Fracking-Debatte: Kann Deutschland seine Gasversorgung langfristig sichern?

Studie: Fracking könnte die Erdgasversorgung langfristig stärken

Fracking-Debatte: Kann Deutschland seine Gasversorgung langfristig sichern?

Deutschland erwägt Fracking als Möglichkeit, seine langfristige Erdgasversorgung zu stärken. Das Land verfügt über beträchtliche Schiefergasvorkommen, doch deren Förderung würde erhebliche Investitionen und Zeit erfordern. Derzeit deckt die inländische Produktion nur einen geringen Teil des Bedarfs.

Aktuell stammen lediglich 4,2 Prozent des deutschen Gasverbrauchs aus heimischer Förderung. Durch Hydraulic Fracturing ließe sich dieser Anteil steigern – Schätzungen zufolge könnte die jährliche Produktion bis 2025 auf 5 bis 10 Milliarden Kubikmeter anwachsen. Das würde etwa 6 bis 12 Prozent des für dieses Jahr prognostizierten Verbrauchs abdecken.

Der Aufbau einer tragfähigen Fracking-Industrie würde jedoch mehrere Jahre in Anspruch nehmen und das Bohren hunderter Förderstellen erfordern. Umweltrisiken gelten bei Einhaltung strenger Auflagen als gering. Unklar bleibt allerdings, ob sich das Verfahren ohne staatliche Unterstützung wirtschaftlich rechnet.

Bevor Fortschritte möglich sind, müsste Deutschland das bestehende Fracking-Verbot aufheben. Probebohrungen könnten helfen, die Förderkosten und Umweltauswirkungen präziser zu bewerten.

Fracking würde weder akute Gasengpässe beheben noch zu spürbaren Preissenkungen führen. Sein Potenzial liegt vielmehr in der Verbesserung der langfristigen Versorgungssicherheit. Der Prozess hinge von regulatorischen Änderungen, erheblichen Investitionen und einer sorgfältigen Umweltüberwachung ab.

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