Europas Großstädte fordern EU-weite Regeln für digitale Plattformen wie Airbnb
Rolf WendeEuropas Großstädte fordern EU-weite Regeln für digitale Plattformen wie Airbnb
Große europäische Städte drängen auf einheitliche EU-weite Regeln zur Regulierung digitaler Vermittlungsplattformen. Unter Führung des Städtebündnisses Eurocities argumentieren sie, dass die aktuellen Gesetze die Herausforderungen durch Online-Marktplätze wie Airbnb nicht ausreichend bewältigen. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der lokale Vorschriften auf dem gesamten Kontinent für Verwirrung und Widerstand sorgen.
Vertreter aus Metropolen wie Paris, München und Wien trafen sich in München, um ihre Reaktion auf Kurzzeitvermietungsplattformen abzustimmen. Ihrer Ansicht nach mindern diese Dienste die Steuereinnahmen und verschärfen die Wohnungsnot in den Stadtzentren. Jede Stadt hat bereits eigene Regelungen eingeführt, was zu einem zersplitterten und unberechenbaren Rechtsrahmen führt.
Wien löste kürzlich eine Kontroverse aus, indem es Taxi- und Fahrdienstleistungen zusammenlegte – woraufhin 30 Unternehmen eine Verfassungsbeschwerde einreichten. Branchenexperten tun sich schwer mit der Anpassung, da neue lokale Maßnahmen häufig auf starken Widerstand stoßen. Unterdessen vermeldete Airbnb für 2019 über eine Million Gästeaufenthalte in Österreich und kündigte für 2020 seinen Börsengang an.
Der Ausschuss der Regionen der EU bereitet nun ein Positionspapier zu diesen Diensten für die Europäische Kommission vor. Die Städte hoffen, dass dies zu einheitlichen Vorschriften führt, die die Lücken im aktuellen System schließen. Das Eurocities-Bündnis strebt einen harmonisierten Ansatz an, um Plattformen wie Airbnb EU-weit zu regulieren. Ohne eine solche Lösung warnen sie vor anhaltenden Streitigkeiten und Ineffizienzen durch uneinheitliche lokale Gesetze. Die Reaktion der Kommission auf die vorgeschlagenen Regelungen wird die Zukunft der Sharing Economy in Europa prägen.
