09 June 2026, 10:23

EU-Pläne für Gehaltstransparenz lösen Streit über Bürokratie und Lohngerechtigkeit aus

Chefin der Mittelstandsunion Connemann: EU-Verordnung zur Gehaltstransparenz bringt 'absurde Bürokratie' für Unternehmen

EU-Pläne für Gehaltstransparenz lösen Streit über Bürokratie und Lohngerechtigkeit aus

Ein geplanter EU-Richtlinienentwurf zur Entgelttransparenz hat Kritik deutscher Politiker ausgelöst. Die neuen Regeln zielen zwar auf die Stärkung der Lohngerechtigkeit ab, werden aber als unnötige Belastung für Unternehmen gebrandmarkt. Ein CDU-Abgeordneter bezeichnete den Vorstoß als „Musterbeispiel europäischer Überregulierung“.

Die Richtlinie würde Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten verpflichten, regelmäßig Gehaltsberichte vorzulegen. Auch kleinere Betriebe wären betroffen: Sie müssten individuelle Anfragen zu Lohnvergleichen bearbeiten. Ein Bäcker mit nur acht Mitarbeitern müsste etwa Gehälter, Sozialleistungen und weitere Vergütungsbestandteile auf Fairness prüfen.

Kritiker verweisen darauf, dass Deutschland bereits Gesetze zur gleichen Bezahlung für gleiche Arbeit habe. Eine CDU-Politikerin nannte die neuen Vorgaben eine „absurde bürokratische Last“ und warnte vor einer „Flutwelle an Bürokratie“ für die Wirtschaft. Sie zweifelte an, ob die Richtlinie einen echten Mehrwert bringe, und befürchtet stattdessen nur zusätzlichen Papierkram.

Die Politikerin bezog sich dabei auf den Draghi-Bericht zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit, der Überregulierung als Wachstumshemmnis benennt. Statt weitere Vorschriften einzuführen, solle die EU ihrer Meinung nach Politiken vorantreiben, die Wertschöpfung und wirtschaftliches Wachstum fördern.

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Der Entwurf zur Entgelttransparenz bleibt umstritten. Gegner halten ihn für überflüssige Bürokratie, die Unternehmen jeder Größe neue Meldepflichten auferlegen würde. Befürworter betonen hingegen, dass die Richtlinie bestehende Lohngleichheitsregeln stärken würde.

Quelle